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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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lich während des späteren unglücklichen Verlaufs desKrieges der Notenbetrag der Bank weit über das Ver-hältnis hinaus ausgedehnt wurde, welches ihrer früherenvorsichtigen Ueberlieferung entsprach, so haben die Notenim Inland wie im Ausland kaum jemals mehr als dieKleinigkeit von ein oder zwei Prozent nnter ihrem alten vollenWert gestanden, weil die Bevölkerung Frankreichs selbst, unddarauf gestützt auch dasAusland, nicht daran zweifelte, daß dasreiche und insbesondere auch geldreiche Land nach dem Friedenwieder zur Bareinlösung seiner Noten zurückkehren werde.

Im Grunde ist es auch ein mit dieser Bewandtnis Unmöglichkeit. !der Dinge in einem gewissen Zusammenhange stehender ^"'A^ub-IGedanke, welcher allen Bestrebungen, dem Silber wieder geldzu°°rm-hr°!einen größeren Anteil an dem Geldvorrat der Länderzu verschaffen, vorschwebt. Das Eigentümliche an allendiesen Vorschlägen ist nämlich, daß ihre Urheber selbstnicht glauben, mehr Silbermünzen, als bis jetzt im Ge-brauch sind, in die Adern des zivilisierten Geldverkehrs ein-pumpen zu können. Sie meinen nur, weil doch Alles aufdem Vertrauen beruhe, so könne auch ein Metall wie dasSilber, dessen sich niemand mehr zu Massenzahlungen be-dienen will, als Notendeckung verwendet werden. Die Er-fahrung hat eben zu deutlich gezeigt, daß in allen zivilisiertenLändern, wo man sich einmal an den Gebrauch des Geldesund des Papiers gewöhnthat, die Sitte das Silbergeld immerwieder in diejenigen Grenzen zurückweist, innerhalb welcher sichder tägliche Kleinverkehr im Markt, Laden, Lohnauszahlungs-bedarf bewegt. Seit länger als einem Jahrzehnt sind überdiese Erscheinuug sowohl in den Bereinigten Staaten vonAmerika wie in Frankreich und Deutschland höchst inter-essante Beobachtungen gemacht worden. Regierungen undBankinstitute haben sich in diesen Ländern überall mitNachdruck und Ausdauer darauf verlegt, möglichst viel