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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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in Ansatz bringt, unter Berücksichtigung, daß Gold nachdem amerikanischen Gesetze sechzehnmal so viel wert istwie Silber und nicht 15^ mal so viel wie im französischen System. Es folgt daraus, daß in obiger Tabelle dieZiffern der vorletzten Reihe um drei Prozent erhöht werdenmüßten, um ganz auf gleichen Fuß mit den von Dr. Soet-beer stammenden gebracht zu werden.

Nach dieser Berichtigung würde sich die Gesamtproduk-tion der vier verflossenen Jahrhunderte von 1493 bis 1892einschließlich folgendermaßen beziffern:

Gold . . . 42^4 Milliard. (32,573 ^- 9,703 Million.)Silber . . 51^ 2 Milliard. (40,127 -j- 11,308 Million.)Silber u. Gold 93»/4 Milliard. (72,700 21,011 Million.).

Die Frage, ob von diesen 94 Milliarden Gold undSilber nach französischem Münzwert noch 40, 50 oder 60in der civilisierten Welt übrig sind, ist eine beinahe unlös-bare Frage, und wir werden uns hier nicht dabei aufhalten.

Richten wir dagegen unsere Aufmerksamkeit auf dasrapide Anwachsen der Produktion des weißen Metalls seiteinem Viertel- oder Drittel Jahrhundert. Von 200Millionen Francs um das Jahr 1862 sehen wir sie auf400 oder 450 Millionen um das Jahr 1872 steigen, auf600 Millionen ums Jahr 1882 und auf mehr als eineMilliarde im Jahre 1892 (1020 Millionen nach ameri-kanischem, 1050 Millionen nach französischem Münzwert)!

Das ist die entscheidende Thatsache, welche alleanderen beherrscht. Das Silber strömt herbei und über-flutet den Markt. Die Minen, aus welchen man es alleinoder in Verbindung mit einem anderen Metall gewinnt,wachsen zugleich an Zahl und an Mächtigkeit. Und dieserapide Entwickelung ist um so bezeichnender, als man meinensollte, die Wertverminderung des Produkts müßte die Aus-

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