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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Fabrikware mit den Rohprodukten vereinigt ist.^) Undohne von den Detailpreisen zusprechen, welche den Engros-preisen nur nachfolgen, wenn diese steigen, hat nicht dieSteigernng der Löhne und Gehälter in sehr vielen Be-ziehungen den Preisrückgang der Verbrauchsgegenständeausgeglichen? Von allen Dingen, welche verkanst und ge-kauft werden, ist die menschliche Arbeit immer dasjenige,welches die größte Ziffer im Verkehrsleben darstellt, undsicherlich kann man vom Preise der Handarbeit aus nichtseine Schlüsse ziehen, um nachzuweisen, daß das Goldmehr wert sei als früher.

Was den Mangel an Gold anbetrifft, so muß mansich verständigen. Ohne Zweifel hat nicht jeder Gold, deres wünscht; aber das ist doch nichts Neues, uud schonlange sehen die Regierungen wie die einzelnen Menschenihre Kassen leer werden, wenn sie thuen, was dazu führenmnß. Gäbe es auch noch zweimal mehr Gold, alses jetzt giebt, so würde dieses Metall darum doch nichtweniger selten sein für diejenigen, welche es nicht an sichzu ziehen und nicht festzuhalten wissen. Aber im Großenund Ganzen haben die europäischen Emissionsbanken nie-mals so viel Gold gehabt als gegenwärtig: mehr als sechsMilliarden am Ende des Jahres 1892 und ganz nahe ansechs Milliarden noch im Mai 1893 gegen 4V2 Milliardenim Jahre 1888. Paris hat den Tag nicht vergessen(12. Januar 1893), an welchem die Bank von Frankreich ,

*) So beläufl sich bei unseren Ausfuhrwnaren dcr Ruckgangim Durchschnitt kaum aus zehn pCt. (9,6) von 1873 bis 1883(Statistischer Bericht des Finanzministcrinms für das Jahr 1385,erstes Halbjahr, Seite 348), während man mit den Zahlenangabendes Herrn Sauerbcck von 111 im Jahre 1873 auf 82 im Jahre1833 zurückgeht.

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