Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Sabiner und Römer

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gewinnen um so höhere Bedeutung, wenn man sich erinnert, daßder genau bekannte Umkreis der palatinischen Siebenhügelstadtden Quirinal ausschloß und daß späterhin in dem servianischenRom , welchem die drei ersten Bezirke der ehemaligen palatinischenStadt entsprechen, aus dem Quirinal nebst dem benachbarten Vi-minal das vierte Quartier gebildet wurde. So erklärt sich auch,zu welchem Zweck außerhalb der Stadtmauer das feste Vorwerkder Subura in dem Talgrunde zwischen Esquilin und Quirinal angelegt ward hier berührten sich ja die beiderseitigen Markenund mußte von den Palatinern, nachdem sie die Niederung in Be-sitz genommen hatten, zum Schutz gegen die vom Quirinal eineBurg aufgeführt werden. Endlich ist auch der Name nichtuntergegangen, mit dem sich die Männer vom Quirinal von ihrenpalatinischen Nachbarn unterschieden. Wie die palatinischeStadt sich dieder sieben Berge, ihre Bürgerdie von den Ber-gen (montani) sich nennen, die BezeichnungBerg wie an denübrigen ihr angehörigen Höhen, so vor allem an dem Palatin haf-tet, so heißt die quirinalische Spitze, obwohl nicht niedriger, imGegenteil etwas höher als jene, und ebenso die dazu gehörige vi-minalische im genauen Sprachgebrauch nie anders alsHügel(collis); ja in den sacralen Urkunden wird nicht selten der Quiri-nal als derHügel ohne weiteren Beisatz bezeichnet. Ebensoheißt das von dieser Höhe aus führende Tor gewöhnlich dasHügeltor (porta collina), die daselbst ansässige Marspriesterschaftdie vom Hügel (Salii collini) im Gegensatz zu der vom Palatium(Salii Palatini), das aus diesem Bezirk gebildete vierte serviani-sche das Hügelquartier (tribus collina). Den zunächst wohl ander Gegend haftenden Namen derRömer mögen dabei die Hü-gelmänner ebenso wie die von den Bergen sich beigelegt und etwaHügelrömer (Romani collini) sich genannt haben. Daß in demGegensatz der beiden Nachbarstädte zugleich eine Stammver-schiedenheit obgewaltet hat, ist möglich, aber an Beweisen, welcheausreichten um eine auf latinischem Boden gegründete Gemeindefür stammfremd zu erklären, fehlt es auch für die quirinalischeGemeinde durchaus.