Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
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Pompejus und Caesar

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Kriege bewahrt habe. Cicero ließ noch an demselben Tage dieTötung der 5 Verschwörer vollziehen. Er selbst führte den Len-tulus in das Gefängnis (Tullianum am Capitol ), woselbst dieVerurteilten in ein unterirdisches dunkles Gefängnis herabgelas-sen und dort durch den Strang vom Leben zum Tode gebrachtwurden. Auf dem Rückweg von der Richtstatt wurde Cicero voneiner jubelnden Menge begleitet. Eine Schlußrede, welche Cicerovor dem Senat halten wollte, verhinderte der Volkstribun Q. Me-tellus Nepos , mit der Begründungwer römische Bürger ungc-hört getötet habe, verdiene nicht gehört zu werden. DieserAkt der Feindseligkeit von Seiten der Volkspartei war der Vor-bote weiterer gegen Cicero gerichteter Anfeindungen. Es wurdeim Jahre 58 auf Veranlassung des Publius Clodius , des persönli-chen Feindes Ciceros , ein Gesetz erlassen, welches denjenigen, dereinen römischen Bürger ohne Urteil tötete, der Verbannung ver-fallen ließ. Cicero entzog sich der Anklage, indem er 58 frei-willig ins Exil ging. In Ausführung des Verbannungsgesetzeswurde Ciceros Haus am Palatin niedergerissen. Dasselbe ge-schah mit seinen Villen in Tusculum und Formiae. Einen Teildes aus Ciceros Häusern gewonnenen Baumaterials verwendeteClodius bei dem Bau eines Hauses, das er sich selbst auf demPalatin errichtete. Er begab sich zuerst nach Mazedonien , dannnach Dyrrhachium (Epidamos) in Illyrien . Von dort wurde erdurch einen Volksbeschluß auf Betreiben der Volkstribunen zu-rückgerufen. Im September 57 seinen Einzug in Rom haltendwurde er vom Volke jubelnd empfangen.

Im Jahre 57 waren Volkstribune P. Clodius und Milo, derFreund Ciceros. Um Cicero , dessen Verbannung und dessenRehabilitierung führten sie unerhörte Kämpfe miteinander, inderen Verlauf Clodius ermordet wurde, worauf ein Aufstand ent-stand, bei welchem die Curia Hostilia in Brand gesteckt wurden.

Von September 44 bis April 43 entfesselte Cicero noch ein-mal alle Kräfte seiner Beredsamkeit gegen M. Antonius (Phi-lippische Reden). Nach der Schlacht bei Mutina fiel er demTriumvirat Octavius, Antonius, Lepidus zum Opfer. Er wurdegeächtet. Bei Cajeta (Seeplatz im südlichen Latium), wohin

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