Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Panem et Circenses

die Wasserfläche mit Wurfgeschützen bestrichen werden konnte.Die Ufer, Hügel und Bergabhänge erfüllte, wie in einem Theater,eine unzählige Menschenmenge. Der Kaiser im Feldherrnmantelund Agrippina in einem aus Gold gewirkten Oberkleide throntenals Festleiter.

Die Naumachie des Augustus benutzte Titus bei seinem hun-derttägigen Fest im Jahre 80 zu einer Folge glänzender Schau-spiele. Am ersten Tage fand auf der mit festen Balken über-deckten Wasserfläche ein Gladiatorengefecht und eine Tierhetzestatt, am zweiten ein Wagenrennen, am dritten war die Wasser-fläche aufgedeckt und es fand ein Seegefecht zwischen Athenernund Syrakusanern statt. Die ersteren siegten, erstiegen zumSchluß eine kleine Insel und bestürmten eine darauf erbaute Befe-stigung.

Domitian , um Titus zu überbieten, gab nicht nur wie diesereinen Schiffskampf in der Arena des Amphitheaters, sondern erließ am vatikanischen Hügel einen neuen großen See graben, unddarauf eine Seeschlacht von so vielen Schiffen aufführen, daß de-ren Zahl beinahe derjenigen wirklicher Flotten gleichkam. Ob-wohl sich während des Schiffskampfes ein Wolkenbruch entlud,durfte das Schauspiel nicht unterbrochen werden, und kein Zu-schauer sich entfernen. Nach dem von Domitian gegrabenen Seehieß im Mittelalter die ganze Strecke zwischen Vatikan und En-gelsburg Naumachia.

Der Kaiser Philippus Arabs veranstaltete bei den Festen, mitdenen er im Jahr 248 die tausendjährige Dauer der Stadt Rom feierte, eine Naumachie, für welche einer der von Augustus undDomitian gegrabenen Seen erneuert wurde.

VIII.

Die nachstehende Reihe von Spiel- und Festdaten enthältJahrestage, für welche Spiele und sonstige Festveranstaltungenzufolge Brauches oder amtlicher Bestimmung kalendermäßig der-art feststanden, daß ihre Begehung als rechtlich geboten galt.