Bau geschieh te der Stadt von 14 n. dir. bis Diokletian 345
wurden organisiert und unter den Schutz besonderer Aufsehergestellt.
Für sich selbst baute Nero ein Haus, welches nach dem Aus-druck des Tacitus nicht sowohl durch die Menge von Gold undEdelsteinen, die sich bei Nero von selbst versteht, als durch dengroßen Umfang, den es hatte, und durch die in seinem Bereichbefindlichen ausgedehnten Haine und Bassins Staunen erregte.Es erstreckte sich vom Palatinischen Hügel bis zum Ende desEsquilinischen und bis zum Caelischen Hügel. Die Stelle, wonachher das Colosseum stand, war ein See des Parkes. Drei Rei-hen von Säulen in einer Länge von einer römischen Meile beglei-teten die Anlage. Vor dem Palast selbst wurde eine kolossaleStatue des Nero, von 120 Fuß Höhe, errichtet. Große Gärtenmit Beeten und Taxushecken, mit Nachahmungen landschaftlicherPerspektiven, mit Hügel und Tal, Waldung und Weide, Haus-tieren und Jagd wurden geschaffen. Als das ganze fertig war,äußerte der Bauherr: „Nun beginne ich endlich menschlich zuwohnen.“
Als am 9. Juni des Jahres 68 n. Chr. Nero im 31. Jahre sei-nes Lebens sich der ihm in Rom drohenden Hinrichtung durchSelbstmord entzog, war hiermit die Aera der Julisch-ClaudischenHerrscherfolge beendet. Bürgerkriege um die Kaiserherrschaft(Galba, Otho, Vitellins), welche in Rom und im Reich, unterBeteiligung besonders auch der Legionen am Rhein , bis Dezem-ber 69 gekämpft wurden, brachten dann Vespasianus (69 bis 79)den ersten der drei Flavier (Vespasian der Vater und dessenSöhne Titus , 79—81, Domitianus, 81—96) auf den Thron.
Die kurze Aera der Flavier war hinsichtlich des Bauwesenshöchst 'ereignisvoll und bedeutend. Vielleicht sind in keinerEpoche Roms in 27 Jahren soviel Baumaterialien für öffentlicheZwecke bewegt worden.
Die Epoche wird dadurch gekennzeichnet, daß der ImperatorVespasianus und dessen beide Söhne gleichmäßig in dem Bestre-ben wirkten und sich ergänzten, die Bauten Neros und dessen