Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom und Hellas

Das tyrrhenische Meer, von dessen Ufern der KüstenstrichPyrgi — Cumae einen nicht großen, aber wichtigen Abschnittbildete, ist tatsächlich bis etwa 200 v. Chr. abseits des großenMittelmecrverkehrs gestellt gewesen, welcher sich infolge derHellenisierung des Mittelmeeres m der Zeit von 1000 bis 400v. Chr. heraus gebildet hatte.

Der sehr bedeutende von Griechenland, Kleinasien , Tarent,Sizilien nach Südfrankreich und Spanien laufende Seeverkehrführte von Tarent und Sizilien nach Massilia und Malaga an denInseln Sardinien und Korsika westlich vorbei.

Das Meergebiet zwischen Sardinien — Korsika und der ita-lischen Westküste wurde beherrscht von der etrurischen See-macht in Verbindung mit den Karthagern. Durch gemeinsamenGriechenhaß verbunden hatten Etrusker und Karthager ein Waf-fenbündnis gegen die Griechen geschlossen und regelten dieWareneinfuhr an den Ufern des thyrrhenischen Meeres, dieseebenso wie die Schiffahrt den Verbündeten der Etrusker vorbe-haltend. Die Griechen ihrerseits haßten und fürchteten die Et-rusker über alles und wie K. O. Müller sagt: „Alles was nord-wärts von der Meerenge, wo die Skylla in tyrrhenischer Höhlewohnt, erscheint den älteren Griechen als tyrrhenisches Reich.“(K. O. Müller, Die Etrusker, 1828, S. 190, Neubearbeitung vonW. Deecke , 1877, S. 182). Nur einmal versuchten die Griechen,den Bann zu brechen, aber vergeblich. Im Jahre 540 v. Chr.machten griechische Siedler (Phokäer) den Versuch, sich inAlalia (Aleria) auf Korsika , gegenüber Caere, niederzulassen.Alsbald erschien eine vereinigte Flotte der Etrusker und derKarthager, hundertundzwanzig Segel stark. Die Griechen sieg-ten in der Seeschlacht, mußten aber die Siedlungsabsicht auf-geben. Die Stadt Caere ließ die in ihre Hand gefallenen grie-chischen Gefangenen auf dem Markte von Caere steinigen.

IV.

Der vorstehenden Skizzierung der verkehrs-geografischenLage Roms in Hinsicht seiner Beziehungen zu Hellas bis etwa350 v. Chr. stellen wir nunmehr eine Skizze der Entwicklung