Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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Wenn nunmehr von der Philosophie oder richtiger von denPhilosophen der Griechen berichtet werden soll, so kann diesgemäß dem Zweck dieses Buches nur in einem sehr äußerlichenSinn und ohne Eingehen auf die philosophischen Probleme undderen Behandlung durch die Griechen geschehen. Worauf eshier ankommt, ist nur die Orientierung (für Geschichtskennernur die Erinnerung) hinsichtlich der Zeitdaten, der Namen undder örtlichen Beziehungen der Philosophen, woraus sich vonselbst das Geschichtsbild ergibt, welches das Verhältnis Romszu der griechischen Philosophie erklärt.

Als erster griechischer Philosoph (oderWeiser) wird tra-ditionell Thaies betrachtet, welcher aus dem jonischen Kleinasien stammte und zwischen 639 und 546 v. Chr. gelebt hat. SeinePhilosophie war Naturphilosophie, wobei das Wasser als Ur-grund aller Dinge erscheint. Er wird auch als Erfinder der Geo-metrie und der Astronomie bezeichnet. Sprichwörtlich wurdesein Name für einen Weisen überhaupt gebraucht. Man sprichtim Anschluß an Thaies vonJonischer Naturphilosophie. Mansetzt ihr gegenüber die Philosophie des Herakleitos (Heraclit)von Ephesus (um 500) und die von Elea (Velia, Hyele, südlichvon Paestum ) ausgegangene Philosophie (Eleatische Schule,Eleaten). In Elea lebten die Philosophen: Xenophanes (ausKolophon in Kleinasien, um 550 geboren), Parmenides (um 504bis 440) und dessen Schüler Zencn (der Ältere), welche beidespäter nach Athen zogen und mit Sokrates bekannt wurden.

Eine von diesen Richtungen völlig verschiedene Geistes-und Lebensrichtung ist die von dem Philosophen, Musiker,Mathematiker Pythagoras (geboren zwischen 580 um 568 auf derInsel Samos , gestorben um 490) begründete pythagoräische Sekte.Pythagoras begründete in Kroton (Süditalien , unweit Sybaris),wohin er übersiedelte, etwa um 530 die Gesellschaft der Pytha-goräer, einen festgegliederten geheimen Orden, welcher sich nochbei des Gründers Lebzeiten über die bedeutenderen Städte Groß-Griechenlands verbreitete.