Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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680 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

Während dessen lag Rom als ausgebrannte Schlacke derGeschichte am Boden.

Wir wissen nichts von dem inneren Zustand der Stadt.Kein Dux, kein Magister Militum, kein Praefekt wird irgendgenannt, und vergebens suchen wir nach Spuren des bürgerlichenLebens und nach städtischer Gemeindeverfassung (Gregorovius ).

Wir wissen, daß die allgemeinen Verhältnisse Italiens sichmit dem 7. Jahrhundert insbesondere dadurch änderten, daßdielateinische Nation sich bildete, und daß diese in immer bewuß-tere Gegensatz trat zu dergriechischen Herrschaft, das heißtzu dem Orientalentum der regierenden Beamtenschaft in derStaatsverwaltung und in kirchlichen Dingen. Wiederholt erhobsich Italien in nationaler Empörung gegen Byzanz. Auch byzan-tinische Statthalter in Ravenna schloßen sich diesen Empörungenan. Der Hintergrund und die mächtige Stütze dieser nationalenBewegung war die sich immer stärker entwickelnde Kirche, auchwo der Papst äußerlich neutral blieb.

Der große Krieg zwischen dem Exarchen in Ravenna unddem Langobardenkönig Rotharis ließ die Stadt Rom unberührt,da er nur die nördlichen Provinzen Italiens traf.

Vor den Langobarden genoß Rom selbst fortdauernde Ruhe.

Von der Mitte des Jahrhunderts an verschärften sich dietheologischen Streitigkeiten des Papsttums mit der orientalischenKirche zu politischen Kämpfen und zu rohen Gewalttaten. Davonwird weiterhin nicht geredet werden.

Während der Pontifikate der beiden ersten Nachfolger Gre-gors des Großen, Sabinianus (f Februar 606), Bonifatius III.

November 607), herrschten in Rom Hunger und wütender Auf-ruhr, denen gegenüber der Papst so gut wie machtlos war.

Auch unter Papst Bonifatius IV. (608615) war es nichtbesser. Seuchen peitschten Stadt und Land.

Dennoch vollzog sich in der Stadt Rom (unter Bonifa-tius IV.) ein Vorgang erfreulicher Art, äußerlich und innerlich