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Kirchenväter und durch die Konstatierung der Widersprüche dergegnerischen Kundgebung mit der Orthodoxie und ihrer Über-einstimmung mit schon durch die Concilien verdammtenKetzereien.“
Das Resultat war die Annahme von zwanzig gegen dieorientalischen Ketzereien und gegen den Kaiser gerichteten Ca-nones sowie die Verdammung der orientalischen Bischöfe undPatriarchen, welche jene Ketzereien vertreten und sich dem Kai-ser unterworfen hatten.
Die Bemühungen des Kaisers, durch den Exarchen Olympiosin Rom „strenge Reaktion zu bewirken“ war erfolglos.
Olympios ging nach Sizilien , erlitt dort eine schwere Nie-derlage durch die Saracenen und starb an einer Krankheit.
Zur Wiederherstellung der kaiserlichen Autorität schickte,nach dem Tode des Olympios, Kaiser Constans II. als Exarchenden Theodorus Calliopa nach Italien , mit ihm als kaiserlichenSpezialbevollmächtigten den Kammerherrn Theodorus Pellurius.
Damit nahm einer der krassesten Vorgänge der Papstge-schichte seinen Anfang. Als Calliopa und Pellurius mit demHeere von Ravenna am 5. Juni 653, einem Sonnabend, in Rom eintrafen, wußte Papst Martin wohl, was ihm bevorstand, aberer konnte, wie er einsah und erklärte, jetzt, nach dem Falle desOlympios nicht mehr an bewaffneten Widerstand denken, krankwie er war, ließ er sein Lager, gefolgt von seinem Clerus, ausder bischöflichen Residenz zum Hochaltäre der anstoßenden La-teinischen Basilica bringen und setzte seine Hoffnung nur nochauf den Schutz, den der heilige Ort gewährte.
Der Exarch, der im alten Kaiserpalaste auf dem Palatinabgestiegen war, kündigte der Deputation, die ihn im Namen desPapstes begrüßte, seinen Besuch für den folgenden Tag an, ver-schob ihn aber, weil er die Menschenmenge fürchtete, die sich amSonntage zur Messe in den Lateran drängte. Am Montage erst,als es dämmerte, schickte er einige seiner Leute voraus, um aus-zukundschaften, ob der Papst nicht Bewaffnete mit Steinen undWurfgeschossen bei sich verborgen habe. Da die Hausdurch-