757 bis 800
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mehrere Schaaren von Soldaten als Hilfe an. Auch in den Hei-zogthümern Spoleto und Benevent hatte das Volk sich andereHerzoge gegeben und beide baten den Papst um seine Fürspracheund Schutz bei dem fränkischen Könige.
Nie hatte der Papst bis dahin und auch kaum in der folgen-den Zeit des Mittelalters gleiche politische Macht in Händengehabt.
Gegen das griechische Reich schien er völlig gesichert; dennauch der kaiserliche Gesandte Joannes Silentiarius, welcher Pip-pin in Frankreich erwartet hatte, war ohne besonderen Erfolgumgekehrt, ja der Papst suchte die fränkische Vermittlung nach,um die Bilderstreitigkeit selbst im griechischen Reiche günstigbeizulegen und die confiscierten Einkünfte der Patrimonien wie-der zu halten.
Kapitel VIII.
Von Papst Paulus I. bis zur KaiserkrönungKarls 757 bis 800.
i.
eber die Wahl des Nachfolgers Stephan II. herrschte inRom Zwistigkeit. Eine Partei wollte den Archi-diakon Theophylactus auf den päpstlichen Stuhl er-heben, die andere den Bruder des vorigen PapstesPaulus. Der letztere behielt die Oberhand und Paulus wurde nacheiner Sedisvacanz von 32 Tagen den 29 . Mai 757 zum Papstegeweiht.
Schon vor seiner Weihe hatte er an den fränkischen Königgeschrieben und ihm den Erfolg der Wahl angezeigt; andereSchreiben an den König und die Großen Frankreichs folgten.
Mit den Langobarden brach bald eine Streitigkeit aus. Ver-gebens hatte der Papst und auf seine Bitte Pippin den Desiderius daran erinnert, die noch in seinen Händen befindlichen Orte derSchenkungsacte an die römische Kirche endlich herauszugeben.
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