Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

gestürzt und dann an einem Galgen am Monto Mario zur Schaugestellt, wo das kaiserliche Heer seine Zelte aufgeschlagen hatte.Neben Crescencius hingen dort noch 12 andere gleich ihm ge-richtete Römer.

Papst Gregor V. starb Anfang Februar 999 in Rom . Alsdessen Nachfolger gab Otto den Römern seinen genialen LehrerGerbert, der als Sylvester II. bis 1003 regierte.

Otto III. hatte nunmehr tatsächlich seine Residenz in Rom ,von wo aus er in Italien wechselvolle Kämpfe um seine und desPapstes Herrschaft führte.

Am 1 6 . Februar 1001 mußte Otto mit dem Papst aus Rom fliehen. Rom hatte sich wieder unabhängig gemacht, und dasRegiment führte Gregor von Tusculum, Enkel des berühmtenersten Alberich. Der Kaiser machte im Juni 1001 einen Ver-such, gegen Rom vorzugehen. Er nahm seinen Sitz in Paterno,einer festen Burg zwischen Civita Castellana und dem Berg So-racte. Dort erkrankte er Anfang 1002 und entschlief daraufam 23. Januar in den Armen seiner Freunde, nachdem PapstSylvester ihm das Abendmahl gereicht hatte. Seinem auf demSterbebette geäußerten Wunsch entsprechend, brachten seineLandsleute ihn nach Deutschland und bestatteten ihn in Aachen im Dom Karls d. Gr.

Das Ende Ottos und sein Leichenzug durch Italien ist einergreifendes Trauerspiel von der Nichtigkeit hochstrebenderIdeale sterblicher Menschen, wie es die Alten nicht schöner inder Gestalt des Ikarus gedichtet haben. Die Deutschen zogenmit dem Sarge, worin der Kaiser lag, in hastiger Flucht durchTuskien. Seine Getreuen, die Bischöfe von Lüttich und Köln, von Augsburg und Kostnitz, der Herzog Otto von Niederloth-ringen und andere Große hielten den Tod solange geheim, bisihre Truppen gesammelt waren; dann brachen sie auf. DenZug umgaben die tapferen Deutschen in geschlossenen Reihenund machten ihm mit den Schwertern Bahn. So ward derKaiser, welcher Rom so heiß geliebt hatte, unter wildem Kampf-geschrei mitten durch die Scharen der den Sarg umschwärmen-den Römer tot durch jene Gefilde geführt, die er einst, von