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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
die Scharen der Römer auf der Hadrianischen Brücke gegen diekaiserlichen Truppen vor. Es entstand ein blutiges Ringen,welches mit der völligen Niederlage der Römer endigte. DerKaiser verfügte die Gefangennahme der Grafen , welche den Auf-stand angestiftet hatten, und welche zum Teil als Gäste derKrönungsfeier aus Mittel- und Norditalien nach Rom gekom-men waren. Der Kaiser zog ihre Güter sowie diejenigen einerReihe von italienischen Städten ein, so daß er, wie Gregorovius schreibt „beladen mit den Flüchen wie mit den Schätzen italieni-scher Städte“ die Rückkehr nach Deutschland antrat.
Bei der Entstehung des Aufstandes hatte das Gerichts-verfahren eine Rolle gespielt, welches der Kaiser in Rom ein-geleitet hatte und welches er zugunsten des Klosters zu Farfagegen den Grafen Crescencius entschieden hatte.
Die nach des Kaisers Abzug wieder auf genommenen Ver-suche, den Kaiser zu bekämpfen und die deutsche Reichsgewaltabzuwerfen, blieben erfolglos.
Kaiser Heinrich war noch einmal in Rom , im Juli 1022, alser von seinem siegreichen Kriegszug nach Süditalien mit seinemvon der Pest und von anderen Krankheiten fast aufgeriebenenHeer nach Deutschland zurückkehrte.
VI.
Konrad II. (1024—1039) wurde am 26. März 1027 gekrönt.
Der am 8. September 1024 auf dem Wahlfeld am Rhein zwischen Mainz und Speyer von den Deutschen zum Königeerwählte Salier (Franke) Konrad, durch seine Mutter LuitgartAbkömmling Ottos I., hielt zu Tribur bei Darmstadt einenReichstag ab, auf welchem am 2 6 . Juli 1026 der Römerzug be-beschlossen wurde. Es waren dazu auch päpstliche Abgesandteerschienen, welche den König zu dem Romzug einluden.
Konrad hatte mit diesem Reichstag seinen berühmten Um-ritt durch das Reich (von Aachen über Nymwegen, Dortmund, Goslar, Magdeburg, Augsburg, Konstanz, Basel, Straßburg nachWorms) abgeschlossen.