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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen
Kaiser Heinrich aber ließ am Ostertage in S. Peter die Zere-monie der Kaiserkrönung wiederholen und zwar durch den ehr-geizigen Erzbischof Bordinus als päpstlichem Legaten. Da dieEngelsbrücke durch die Engelsburg, die Brücken der Tiberinseldurch die Pierleoni gesperrt waren, hatte der Kaiser auf einerBarke nach S. Peter übersetzen müssen. Unmittelbar nach derKrönung zog der Kaiser ab.
Noch einmal traf der Kaiser, und zwar unerwartet, am2. März ii 18 in Rom ein wegen neuer Wirren, deren der Kaiservergeblich Herr zu werden trachtete.
Die Beilegung des Investiturstreites fand nicht in Rom, sondern in Worms am 8. September 1122 durch das Wormser Konkordat statt. Kaiser Heinrich, der letzte der Salier, starbam 22. Mai 1125, erst 44 jährig.
IV.
Lothar II. „von Sachsen“ (1125—1133) wurde am 4. Juni1133 gekrönt.
Nach dem Tode des kinderlosen Kaisers Heinrich V. wurdeauf Betreiben der Erzbischöfe von Mainz und Köln am 30. Au-gust 1125 Herzog Lothar von Sachsen (nach seinem Besitztumin Niedersachsen Lothar von Supplinburg genannt) zum deut-schen König gewählt. Die italienische Königskrone war um-stritten. Papst Honorius II. (1124—1130) und der römischeAdel hatten den deutschen König eingeladen, zum Empfang derKaiserkrönung nach Rom zu kommen. Die Einladung wurdeim Jahre 1130 von Anaclet, dem Gegenpapst des durch die Sy-noden von Reims und Piacenza anerkannten Innocenz II. (1130bis 1143) wiederholt, von König Lothar aber unbeantwortetgelassen. Anstatt dessen stellte sich Lothar auf die Seite vonInnocenz, mit dem er im Herbst 1132 in Viterbo zusammentraf.Lothar kam dorthin von Augsburg her über den Gardasee, um den verdrängten Papst nach Rom zurückzuführen. Er