Krönungen 1027 bis 1220
825
Der Hergang wird folgendermaßen berichtet:
Heinrich, dessen Heer seit mehreren Tagen am MonteMai-io lagerte, zog mit seiner Gemahlin Constanze und mitglänzendem Gefolge durch das bei der Engelsburg befindlicheTor in die Leostadt ein. Bei der Kirche Sta. Maria Traspontinaerwartete ihn die Geistlichkeit und geleitete ihn zur vatikani-schen Basilika. Vor ihm schritten der Stadtpräfekt, das ent-blößte Schwert tragend, der lateranische Pfalzgraf, der Senatorund die vornehmen städtischen Beamten und Richter; deutscheund italienische Bischöfe und Fürsten folgten, unter ihnen dieErzbischöfe von Köln und Ravenna, der Patriarch Gottfriedvon Aquileja, die Herzoge von Böhmen und von Dalmatien ,Heinrich der Welfe, des Löwen Sohn, des Königs VerwandterConrad von Rothenburg und andere. Königliche Kämmerer,dem Zuge vorausgehend und folgend, warfen Geld unter dieMenge. Dreimal beschwor der König die städtischen Rechte.Oben an den Stufen der zur Kirche führenden Plattform beiSta. Maria in turri saß Coelestin , von den Kardinälen umgeben,auf dem Throne. Der Kaiser leistete den Eid: „Ich Heinrich,König der Römer und künftiger Kaiser, schwöre auf dies heiligeBuch vor Gott und dem heiligen Petrus aufrichtig und ohneRückhalt der römischen Kirche, dem Papste und seinen Nach-folgern treu zu sein, sie mit aller Macht zu schützen und imNotfall zu verteidigen zur Erhaltung ihres Besitztums, ihrerEhren und Rechte. So möge Gott mir helfen und sein heiligesEvangelium“. Dreimal fragte dann der Papst den König, ober mit der Kirche in Frieden leben und ihr ein ehrfurchtvollerSohn sein wolle. „Ich will es“, war die Antwort. „Und ich“,sprach Coelestin , „nehme dich zum geliebten Sohn an und gebedir den Frieden, wie Christus ihn seinen Jüngern gegeben hat“.Hierauf setzte sich der Zug in Bewegung und gelangte durchdie Vorhalle zur Mitteltür der Kirche, wo der künftige Kaiserdas Glaubensbekenntnis ablegte, Verfolgung der Ketzer, Be-schützung der Armen und Pilger versprach, und die Diakonats-weihe empfing, die ihn zur Teilnahme an den kirchlichen Zere-monien befähigte. Nun trat man in die Kirche. Der Kardinalvon Ostia salbte den König, welchem der Papst Ring, Zepter,