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V.
Wir geben nunmehr den bereits angemeldeten Überblicküber das Bild der Stadt Rom und ihrer Umgebung in Hinsichtder Adelsfamilien und der Adelsburgen zu Ende des n. Jahr-hunderts.
„Wohin der Blick fiel, düster trotzige Türme mit Zinnen,aus Monumenten der Alten aufgebaut, und crenelierte Kastelleoriginellster Form, aus zusammengerafftem Marmor, Ziegelnund Peperinstücken errichtet, die Schlösser und Paläste desguelfischen oder ghibellinischen Adels, welcher auf den klassi-schen Hügeln, in Ruinen fehdelustig dasaß, als wäre dies Rom nicht Stadt, sondern ein durch täglichen Krieg streitiges Land-gebiet“.
„Es gab damals in Rom keinen Edlen, der nicht Türme be-saß. In den Urkunden der Zeit finden sich bisweilen als Be-sitzungen von Römern in der Stadt selbst bezeichnet: Türme,Paläste, Häuser und Ruinen. Die Geschlechter wohnten inunheimlichen, durch schwere Eisenketten versperrten Quar-tieren unter Trümmern, mit ihren Sippen und Gefolgschaftenzusammen, und sie brachen daraus ab und zu mit wildemWaffengetöse hervor, ihre Erbfeinde zu bekriegen“.
Die Adelsgeschlechter dehnten bis in das 14. Jahrhunderthinein ihren Herrschaftsbereich und ihren Besitz, zugleich hier-mit den Bestand ihrer Burgen und Türme immer weiter aus.
In Trastevere standen die Türme der Papa und der Romani,der Normanni und Stefaneschi, wozu später die Festung (torre)der Anguillara kam. Auf der Tiberinsel erhoben sich die fran-gipanischen Türme, welche um die Mitte des 13. Jahrhundertsdem Präfekten von Vico gehörten.
Das vatikanische Gebiet, wo rings um den S. Peter un-ansehnliche Häuser standen, besaßen samt der Engelsburg seitder Mitte des 13. Jahrhunderts die Orsini . Offenbar deshalbfaßte Nicolaus III. den Plan zu seiner vatikanischen Residenz.Denn dort befand er sich im Viertel seines eigenen Geschlechts.