Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1009 bis 1099

Pierleoni. Dieselbe kam im 14. Jahrhundert an das Geschlechtder Savelli.

Das große Marsfeld bot zwar viele Ruinen zum Bau vonBurgen, aber wegen seiner Lage nicht hinlängliche Sicherheit.Dieses Viertel war den Tiberüberschwemmungen ausgesetzt,noch wenig bevölkert, meist mit Gemüsegärten besetzt. Esbildete wiederholt den Schauplatz von Stadtfehden, welche denColonna galten. Dieses Geschlecht beherrschte die ganze wüsteEbene von der 'Porta del Popolo bis zum Quirinal , das einst soprachtvolle Stadtgebiet Trajans, Hadrians und der Antonine.Die Hauptburgen der Colonna waren im Marsfeld das Mauso-leum des Augustus, und der Mons Acceptorii, heute MonteCitorio .

In den Ruinen des Stadium Domitians bauten die Milliniund die Sanguigni ihre Türme, und im Viertel des Pantheonhatten die Sinibaldi und die Crescenzi ihre festen Paläste.

Die größten Adelsburgen lagen indes im eigentlichen altenRom auf den Hügeln, die sich zum Forum und zum CircusMaximus herabsenken. Dies war der Schauplatz der Stadt-geschichte im Mittelalter, seitdem die Volksgemeinde ihren Sitzauf dem Kapitol genommen hatte. Die verödeten Hügel be-kamen dadurch neues Leben, und bevölkerten sich zum Teilwieder.

Auf dem Coelius und dem Palatin herrschten die Frangi-pani, denen die Anibaldi vom lateranischen Viertel her, wo ihrHauptsitz war, das Colosseum streitig machten. Das Amphi-theater, von welchem das Erdbeben am 1. Juni 1231 einen be-trächtlichen Teil eingestürzt hatte, das Septizonium am Palatin ,die Turris Cartularia, die Triumphbogen des Titus und desConstantin, wahrscheinlich auch der Arcus Fabianus in derGegend von S. Lorenzo in Miranda, der Janus Quadrifrons, unddie Türme am Circus Maximus bildeten die große frangipanischeBurg, oftmaliges Asyl der Päpste und Stätte ihrer Wahl. DieseFestung, welcher als Schanzen die berühmtesten Monumentedes alten Rom dienten, mit schwarzen Mauern, Zinnen und