Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1099 bis 1241

Der Kaiser war zu sehr mit den Angelegenheiten der Lom-bardei, Deutschlands und mit den Königen von Frankreich undEngland beschäftigt, um von der Entfernung Alexanders Nutzenzu ziehen, und als Victor IV. am 20. April 1164 starb, verlordie kaiserliche Partei viele ihrer mächtigsten Anhänger, welcheden Papst Victor gestützt hatten.

Der Kardinal Johann, von S. Giovanni und Paolo, wußtedas Volk zu bewegen, dem Papst Alexander Treue und Gehor-sam zu schwören, und die Obrigkeit in seinem Sinne zu ändern.Auch gelang es ihm mit Hilfe der Römer, die Kirche von S.Peter mit den daran stoßenden Befestigungen, und außerhalbdie Sabina dem Gegenpapste zu entreißen.

Dem als Nachfolger Victors gewählten Guido von Crema ,welcher sich Paschalis III. nannte, war kein Erfolg beschieden.

Eine feierliche Gesandtschaft wurde nach Frankreich , wosich Alexander immer noch aufhielt, abgeschickt, um ihn zurRückkehr einzuladen (Anfang des Jahres 1165). Im Augustverließ Alexander Frankreich, ward durch einen Sturm nachMessina verschlagen, von hier mit normannischen Schiffen überSalerno und Gaeta an der römischen Küste nach Ostia geleitet,wo er am 22. November 1165 in den Tiber einlief und am fol-genden Tage auf dem Strom bis S. Paolo fuhr.

Die Geistlichkeit und alle Obrigkeiten,ja fast alle Einwoh-ner der Stadt, so wird berichtet,geleiteten ihn mit Lobge-sängen, und Ölzweige in den Händen tragend, bis zum Lateran (23. November 1165).

Wir haben gerade aus dem November 1x65 eine Nachricht,welche zeigt, daß die römische Stadtgemeinde inzwischen alsFreistaat sich zu Macht und Ansehen mit blühendem Handelund Seeverkehr, sowie mit einer tüchtigen Miliz entwickelthatte. Es ist dies die Urkunde über einen damals zwischen derStadt Rom und der Republik Genua unbeschadet der Treuegegen Papst und Kaiser abgeschlossenen Handels- und Schutz-vertrag, welcher für die Dauer von 29 Jahren gelten sollte.