Von 1188 bis 1216
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Kaiser Friedrich unternommen hatte. Auch römische Edlewaren diesmal nach dem Orient gegangen, darunter ein Pier-leone und der Präfekt Teobald, welche beide neben KonradMontferrat bei Akkon gegen Saladin kämpften.
Aber keines der Kreuzheere berührte Rom .
Richard Löwenherz, Anfang August 1190 in Marseille zuSchiffe gestiegen, lief in Ostia ein. "Wegwerfend wies er hier denKardinal zurück, der ihn im Namen des Papsts einlud, dieHauptstadt der Christenheit mit seinem Besuche zu beehren.
Gregorovius schreibt hierzu: „In einem früheren Jahrhun-dert würde kein König eine solche Aufforderung abgelehnt, undjeder sich selig gepriesen haben, im Pilgergewande durch dieTore der heiligen Stadt zu den Apostelgräbern einzuziehen.Aber die Zeiten hatten sich gar sehr geändert: Richard, derNachfolger frommer Angelsachsenkönige, welche einst in Rom hochbeglückt die Kutte genommen hatten, erklärte dem Kar-dinal voll Verachtung, daß am päpstlichen Hof nichts zu findensei als Habsucht und Corruption. Er zog Rom vorbei, zu Land,längs der waldbedeckten und versumpften Küste nach Terra-cina. Dann segelte er nach Messina .“
Kurz vorher (10. Juni 1190) war Kaiser Friedrich I., wel-chen die Deutschen „Rotbart “, die Italiener „Barbarossa“ nann-ten, im Alter von 68 Jahren in Klein asien (Cilicien) in demFlusse Kalykadnos ertrunken. Dessen Sohn, Herzog Friedrichvon Schwaben , führte, während viele Pilger umkehrten, denübrigen Zug über Antiochia und Tyrus vor die Stadt Akkon .Während der Belagerung dieser Stadt starb 1191 auch HerzogFriedrich.
Kaiser Friedrich I. Sohn, Heinrich VI. (1190—1x97) wurdeam 15. April 1191 zum Kaiser gekrönt (s. oben Seite 824—826).
Im Juli 1191 wurde Akkon durch die inzwischen dort an-gekommenen Könige Richard Löwenherz von England undPhilipp II. von Frankreich eingenommen.
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