Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1241 bis 1260

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Innocenz IV. , den letzten hervorragenden Papst des Mit-telalters aus der Schule Innocenz III. hat sein Sieg über dasstaufische Reich berühmt gemacht. Ein gewissenloser Priester,das entschiedene Parteihaupt der guelfischen Richtung seinerZeit, listig mit Verträgen spielend, vor nichts zurückschreckend,was ihm der eigene Vorteil gebot, erfüllte er die Welt mit Em-pörung und Bürgerkrieg, und zog die Kirche tief in die welt-lichen Dinge herab. Als Kardinal war er um seiner Einsichtund Gelehrsamkeit willen von Friedrich II. geehrt. Als Papstmachte ihn die Natur der Dinge zu seinem unerbittlichenFeinde.

Leopold von Ranke urteilt:

Innocenz IV. steht so recht in der Mitte des Papsttums.Er war nach Friedrich II. Tode der Repräsentant der abend-ländischen Christenheit, ein Papst ohne Kaiser, mit dem An-spruch beides zu sein. Wenn er zugleich die geistliche und dieweltliche Macht auszuüben sich vermaß, so beruhte das ebendarauf, daß er keine weltliche Gewalt neben sich hatte. DaßInnocenz IV. die Oberhand behielt, ergab sich aus seiner großenStellung an der Spitze der abendländischen Christenheit unddem Moment der Befreiung von dem Druck der kaiserlichenGewalt.

XIII.

Auf Innocenz IV. folgte Alexander IV. ,ein Papst, der mitKriegen nichts zu tun haben wollte, ein starkbeleibter Herr,gütig, gerecht und gottesfürchtig, jedoch geldgierig undschwach (Gregorovius ).

Papst Alexander IV. wurde am iz. Dezember 1254 in Ne-apel gewählt, am 27. Dezember 1254 geweiht.

Er war aus dem Hause der Conti, ein Neffe Gregors IV. ,gebürtig aus Genna, in der Nähe von Anagni , einem Adels-Kastell über der Schlucht des dort entspringenden Anio gelegen(60 Kilometer von Rom , 20 Kilometer von dem heutigen Velle-tri entfernt).

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