Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1241 bis 1260

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dann rücksichtslos ausgeführten Absicht an, das Volk zur Machtzu führen, den Adel zu züchtigen und niederzuwerfen.

Eine seiner ersten Handlungen war, daß er zwei Annibaldi,Verwandte des Kardinals Richard , an den Galgen hängen ließ.

Papst Alexander IV. belegte Brancaleone und dessen Rätemit dem Bann.

Brancaleone erklärte, daß der Papst nicht das Recht habe,den römischen Magistrat zu exkommunizieren.

Er veranstaltete nunmehr durch öffentliches Aufgeboteinen Rachezug gegen die Stadt Anagni . Diese Vaterstadt desPapstes sollte dem Senat unterworfen, seine Häuser sollten vomErdboden vertilgt werden.

Die Verwandten Alexanders, von der bestürzten GemeindeAnagni nach Viterbo abgeschickt, warfen sich dem Papsteflehend zu Füßen, sodaß er sich herablassen mußte, den schreck-lichen Senator um Schonung zu bitten.

Wahrscheinlich löste der Papst dessen Bann.

Jede Zivilgewalt des Papstes in Rom wurde geleugnet.

Brancaleone ging gründlich gegen den Adel vor.

Er befahl, die Adelstürme,Zwingburgen des Volkes,Kerker der Verschuldeten,Höhlen schändlicher Gewalttat,niederzureißen.

Im Jahre 1257 sollen mehr als 140 feste Türme geschleiftsein, über welche sich das Volk dann mit Zerstörungswutstürzte.

In den Ruin dieser Türme wurden zugleich die römischenGeschlechter selbst hineingerissen. Viele Große erlitten Exil,Gütereinziehung und Henkertod.

Der Anblick, welchen die Stadt nach dieser Liquidationder Adelsburgen darbot, muß jammervoll gewesen sein.

XV.

Ruhe und Sicherheit herrschten in der Stadt und in derCampagna, nachdem Brancaleone auf diese Weise aufgeräumthatte.

Neomario, Geschichte der Stadt Rom II.

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