Von 1260 bis 1305
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Man verabredete den Feldzug, und Bonifacius ernannteValois (am 3. September 1301) zum Generalkapitän des Kirchen-staats.
Durch eine Bulle vom 5. Dezember 1301 erklärte der Papst,daß der Papst in absoluter Machtfülle von Gott über Königeund Königreiche gesetzt sei.
Die päpstliche Bulle wurde am xi. Februar 1302 öffentlichin Nötre Dame zu Paris verbrannt. Ihre Vernichtung wurdeunter Trompetenschall vom Plerold ausgerufen.
Am 12. März fand in Gegenwart des Königs eine Versamm-lung im Louvre statt, an welcher auch einige Prälaten teil-nahmen, und vor ihr klagte Nogaret den Papst an. Bald daraufreiste der Minister nach Italien ab, mit Vollmachten desKönigs, die in allgemeinen Ausdrücken seine Unternehmungautorisierten.
Raynald von Supino, Kapitän Ferentinos, andere Barone,Nogaret und Sciarra sammelten Kriegsvolk in Sculcola. DerPapst befand sich mit vielen Kardinälen in Anagni . Am15. August legte er im öffentlichen Konsistorium einen Reini-gungseid ab.
Am 8. September wollte er, so wird berichtet, den Bannund die Thronentsetzung Philipps aussprechen.
Die Verschworenen aber brachen von Sculcola in derNacht des 6 . September auf und rückten im Morgengrauen durchdas ihnen geöffnete Tor in Anagni ein, die Banner Frankreichs entfaltend, mit dem Ruf: „Tod dem Papst Bonifacius! Es lebeKönig Philipp!“
Waffenlärm weckte den Greis in seinem Palast, dessen Zu-gänge sein Neffe Graf Peter versperrt hielt. Die Feinde ge-langten nicht eher an den Dom, mit welchem die Residenz desPapstes verbunden war, als bis sie die Häuser Peters und dreierKardinäle, des Pönitentiars Gentilis, des Francesco Gaetani unddes Spaniers Petrus erstürmt hatten. Die Nepoten wehrtensich mannhaft im Palast, und Bonifacius versuchte durch Unter-handlung Zeit zu gewinnen. Sciarra bewilligte ihm eine neun-