Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1378 bis 1420

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Cosimo oder Cosmo) Migliorati, zum Papst. Er nahm denNamen Innocenz VII. an (14051406).

Vor der Wahlhandlung hatten alle Kardinale eine Kapitu-lation unterschrieben, worin sie dem neuen Papst und sichselbst die Betreibung der Kirchenunion zur strengsten Pflichtmachten.

Der neue Papst stammte aus einer bürgerlichen Familie derStadt Sulmona, ein Mann durch Erfahrung in allen Geschäftenausgezeichnet, friedfertigen Charakters.

Das Konklave, welchem neun Neapolitaner, zwei Römerund ein Florentiner angehörten, war unter dem Zeichen vonParteikämpfen gewaltsamer Art zusammengetreten, welche un-mittelbar nach dem Tode Bonifacius IX. ausgebrochen waren.Das Volk und die Reste des Adels wollten den Papstwechselbenutzen, um die Papstherrschaft abzuschütteln.

Die Stadt verbarrikadierte sich. Der Senator Bente deBentivoliis und ein Bruder des toten Papstes hielten das Kapitol,dessen Auslieferung das von Jordan, Johann und Nicolaus Co-lonna und von Baptista Savelli geführte Volk verlangte.

Die Orsini leiteten die Gegenpartei. Man kämpfte in denStraßen. Den zum Entsatz des Kapitols herbeigekommenenFrancesco Orsini schlugen die Colonna am Palast der Rossi.

In dem Augenblick der Wahl Innocenz VII. war der Besitzdes römischen Stadtgebietes folgendermaßen geteilt. Der Papstwar im Vatikan und in der Engelsburg verschanzt. Letzterehielt Antoniello Tomacelli. Außerdem hielt der Senator dasKapitol für den Papst besetzt. In dem übrigen Gebiet der Stadtherrschte das Volk, welches viele Straßen verschanzt hatte undsich der noch in beträchtlichem Maße vorhandenen alten Be-festigungen adliger Herkunft bediente.

Es kam nicht zum offenen Kampfe. Das Volk tat aberleidenschaftlich kund, daß es keinen Papst anerkennen werde,welcher nicht der weltlichen Regierungsgewalt (dominiumtemporale) entsage.

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