Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1378 bis 1420

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Eroberung Neapels von Rom ab. Dieses Heer war das glän-zendste, welches man seit langer Zeit in Rom gesehen hatte.Die Blüte der damaligen Söldner und Condottieri sowie diebesten Generale aus dem italischen Adel hatten sich den Fran-zosen angeschlossen.

Am 19. November 1411 schlug König Ludwig den KönigLadislaus bei Rocca Secca (oder Roccasecca) in einem glänzendenSiege.

Vom Schlachtfelde schickte Ludwig die erbeuteten Fahnendes Königs und Gregors XII. als Trophäen nach Rom, und Jo-hann XXIII. empfing sie mit maßloser Freude. Johann ließ jeneFahnen auf dem S. Peter aufpflanzen, damit sie ganz Rom sicht-bar seien. Dann wurden sie herabgestürzt, und, während derPapst in Prozession durch die Stadt zog, hinter ihm im Staubefortgeschleift.

Zu Pisa war 1410 die Fortsetzung des Konzils innerhalbdreier Jahre beschlossen worden.

Der zur Berufung des Konzils von allen Seiten gedrängtePapst Johann zeigte endlich der Christenheit am 3. März 1413an, daß er Rom beruhigt, Gregor XII. aus Neapel entfernt undmit dem Königreich Frieden geschlossen habe. Er verkündigtezugleich für den Dezember des kommenden Jahres ein all-gemeines Konzil an einem noch zu bestimmenden Ort.

Als Johann seine Absicht kund gegeben hatte, eine Kirchen-versammlung außerhalb Roms zu berufen, nahm dies der Königzum Vorwand des Bruches seiner Verträge. Er erklärte, daß erwährend der Entfernung des Papstes Rom vor Unruhen schützenmüsse.

Verbannte Römer reizten ihn, sich der Stadt wieder zubemächtigen. Die Römer selbst haßten den Papst, und verlang-ten ungeduldig nach einer Veränderung ihres Zustandes.

Ende März 1413 segelte eine neapolitanische Flotte in dieTibermündung, Ladislaus selbst brach nach Rom auf.

Am Morgen des 8. Juni 1413 erscholl in Rom der Ruf, daßder Feind in der Stadt sei. Ladislaus hatte in der Nacht die