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Wende vom Mittelalter zur Neuzeit
zwang. Cesare gelobte Schonung der Bürger und freien AbzugAstorres, aber er brach sofort seinen Eid, indem er den Unglück-lichen nach Rom in die Verließe der Engelsburg schickte.
Alexander ernannte jetzt seinen Sohn zum Herzog der Ro-magna.
Imola, Forli und Pesaro, Rimini, Faenza , Cesena und Fanobildeten jetzt den Bestand seines Herzogtums.
In Rom bewehrte Alexander die Engelsburg mit Geschütz,welches er aus dem Inventar des Exkönigs Federigo von Ischia für 50 000 Dukaten gekauft hatte. Das Kastell S. Angelo warnach einer großen Pulverexplosion (29. Oktober 1497 durchBlitzschlag) *) hergestellt, und jetzt neben der Torre di Nonaein schreckliches Gefängnis, worin Hunderte von Opfern derBorgia schmachteten. Dort saß auch der junge Astorre Manfredi,mit seinem Bruder Octavian und anderen Unglücksgefährten.Am 9. Juni 1502 zog man diese Unglücklichen aus dem Tiber-strom, wohin Cesar die Erwürgten hatte werfen lassen.
Cesar verließ Rom am 13. Juni 1502, um sein Werk in derRomagna fortzusetzen. Das römische Gebiet samt der Stadtgehorchte jetzt, in Grabesstille versenkt, den Borgia. In Latiumwar die Macht aller Barone zertrümmert. Sie wanderten alsExilierte in der Welt umher. In Tuscien standen die Orsini zuden Borgia.
Am 21. Juni 1502 besetzte Cesare den ganzen wehrlosenStaat Urbino. Er selbst ging nach Urbino , wo er sich in demprachtvollen Palast Federigos aller Kostbarkeiten bemächtigte.Man schätzte sie auf 150 000 Dukaten. Auch die reiche Biblio-thek ließ er zum Teil einpacken und nach Cesena fortschaffen,
"■) Der Blitz war in die Pulverkammer der Engelsburg eingeschlagen undhatte den oberen Teil der ganzen Festung vernichtet. Der marmorne Engelwurde zertrümmert. Gewaltige Steine waren über die Engelsbrücke bis in dieGebäude jenseits derselben hinaus geschleudert.