Von 1513 bis 1521 1263
Der Zeremonienmeister Paride de Grassi ging den beiden assistie-renden Kardinaldiakonen Farnese und d’Aragona voraus.
Die Schweizergarde in ihren rot und weiß gestreiften An-zügen umgab den Baldachin des Papstes, welchen die Conser-vatoren und übrigen städtischen Beamten in karmesinroten Ge-wändern trugen.
Leo X. ritt das türkische Pferd, einen Schimmel, auf demer in der Schlacht von Ravenna von den Franzosen gefangengenommen war. Hinter dem Papst ritten der Camerlengo, derHerr von Camerino, Giovan Maria da Varano, der Dekan derRota, ein Kammerkleriker, an dessen Sattelknopf zwei großeBörsen hingen, aus denen er neugeprägtes Geld mit des PapstesBildnis verteilte, die apostolischen Protonotare.
Eine Schar von vierhundert berittenen Bogenschützenschloß den Zug.
Ungeachtet der Masse der Menschen wurde im ganzen guteOrdnung bewahrt, obgleich die Vorkehrung, die Beaufsichtigungstreckenweise den Bürgern anzuvertrauen, sich nicht ausreichenderwies und mancher des Reitens nicht genügend kundige Prälates zu bereuen hatte, ein Pferd statt eines Maultiers bestiegen zuhaben.
Ehe der Papst sein Pferd bestieg, hatte der Herzog vonFerrara es einen Augenblick geritten. Dann hatte er den Bügelgehalten und auf sein eigenes Roß sich schwingend den ihmbestimmten Platz im Zuge eingenommen, der sich unterdes inBewegung gesetzt hatte.
Als der Papst an das Kastell gelangte, standen auf einemdort errichteten Gerüst die Vorsteher der Judengemeinde,welche nach gewohnter Weise ihr Gesetzbuch überreichten, inwelches hineinblickend Leo die Worte sprach: „Confirmamussed non consentimus“.
Dann ging es über die Brücke in die Stadt, unter den Tri-umphpforten hindurch, an den geschmückten mit Zuschauerngefüllten Häusern vorüber.