1308
Dem Connetable gelang es, die Truppen zu beruhigen.Am 31. März verbrannten die Kaiserlichen ihr Lager beiS. Giovanni und rückten an die Brücke des Reno. Ihre Ab-sicht war zunächst, den Apennin zu gewinnen und sich überSasso nach Florenz zu wenden. Weil aber die dortigen Straßenverlegt waren, zogen sie plündernd und brennend auf der Fla-minia fort. Man zog mit großer Mühe vorwärts, denn auf denaufgeweichten Straßen blieben Wagen und Pferde stecken. DasGeschütz hatte man, um sich leicht zu machen, nach Ferrarageschickt.
Als man in Rom erfuhr, die kaiserliche Armee ziehe vor-wärts, schickte der Papst einen Abgesandten an den Connetable,welcher diesem (am 6 . April bei Florenz) das Abkommen anbot,der Papst wolle ihm 150 000 Dukaten zahlen, wenn er sich ver-pflichtete, nach Empfang einer ersten Rate zurückzukehren.Bourbon steigerte aber die Geldforderung auf 240 000 Dukaten.Er schickte Briefe friedlichsten Inhaltes an den Papst, erklärtejedoch, daß er das Kriegsvolk aus strategischen Gründen weiter-führen müsse.
Ein unerbittliches Verhängnis schien das Heer des Kaisersgegen Rom zu führen. Mit Wut verlangte das Heer den Vor-marsch. Aber überwiegend war doch zunächst Florenz dasZiel der Plünderungswünsche.
Bourbon führte das Heer unter unsagbaren Mühen durchden mit Schnee bedeckten Apennin gegen Arezzo.
Die Truppen wüteten, weil sie die Plünderung von Florenz gehofft hatten und weil sie nicht glaubten, daß Rom einnehm-bar sei. Aber Bourbon wußte sie zu beschwichtigen. Er ver-hieß ihnen, sie in Rom „alle reich zu machen.“ Daß sich vielebeutelustige Abenteurer dem Anmarsch auf Rom auch jetztnoch anschlossen, stärkte die Zuversicht des Heeres wieder.
In rasender Eile drang der Connetable über Sinalunga undTorrita nach Montepulciano vor.
Am 2. Mai 1527 langte der Heerbann des Connetable inViterbo an. Die dortigen Rhodiserritter kamen, mit ihrem