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mit diesem die italienische Politik in seinem Sinne zu ordnenund sich dann zum Kaiser krönen zu lassen *).
Karl V. traf am j. November vor Bologna ein.
„Millien weit vor der Stadt empfingen ihn die Bürger, dieKardinale, die Gesandten italienischer Herren. Er zog einhermit Rittern und Granden und tausenden geharnischter Krieger,reitend auf andalusischem Schlachtroß unter einem goldenen Bal-dachin, welchen 14 edle Bologneser trugen. So bewegte sich dieCavalkade durch die festliche Stadt nach S. Petronio, wo derPapst den Kaiser erwartete. Wie einst Barbarossa im Dom Ve-nedigs vor dem großen Alexander III. kniete, so auch Karl V. vor Clemens VII. , mit Hand- und Fußkuß.“
Der Kaiser und der Papst wohnten nunmehr Monate langin demselben Stadtpalast.
Ein großer Kongreß italienischer Fürsten und Diplomatensowie fremder Gesandter wurde versammelt.
Am 23. Dezember 1529 wurde zwischen dem Papst, demKaiser, dem König von Ungarn , Venedig, Sforza, Mantua, Sa-voyen und Montferrat ein „ewiger Bund“ geschlossen.
Sobald der allgemeine Friede gesichert sein würde, sollte dereuropäische Kreuzzug gegen den Sultan unternommen werden.Auf einem nach Augsburg zum 8. April 1530 ausgeschriebenenReichstage wollte der Kaiser das Wormser Edikt durchführen.
Am 1. Januar 1530 wurde der Friede feierlich im DomS. Petronio verkündigt.
Nun folgte die Kaiserkrönung. Sie sollte ursprünglich inRom stattfinden, und schon hatte man dafür Anordnungen ge-troffen. Aber die Zeit drängte: Karl wollte die Krone schnell
*) Vgl- zum folgenden oben S. 841. — Dort ist in Zeile 1 zu korri-gieren: 1556 anstatt 1536, in Zeile 2: 24. anstatt 22. — Zu letzterem Datumist zu vermerken, daß am 22. Februar Karl V. in der Kapelle des Stadt-palastes zu Bologna die eiserne Krone der Langobarden empfing, am 24. Fe-bruar, seinem Geburtstag, die goldene Krone des Reiches.