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Autodafe, welches die Römer seit fünf Jahren hatten entbehrenmüssen. Es fand vor der Kirche Minerva statt.
Von dem Index librorum prohibitorum ließ der immereiner sehr strengen Zensur befleißigte Sixtus einen neuen Textherstellen, welcher aber infolge des Todes des Papstes nicht inGeltung getreten ist.
Die Tendenzen des Tridentinum verfolgte Sixtus mit gro-ßem Eifer. Seine besondere Bemühung widmete er persönlichder Herstellung kritischer Bibeltexte (Septuaginta und Vulgata ),aber ohne damit Anerkennung und Erfolg zu finden. Mit die-sen Bemühungen hing zusammen die Gründung einer eigenenvatikanischen Druckerei im Jahre 1587, unter Leitung des Vene-tianers Domenico Basa .
Zu den Angelegenheiten der Kirche, welche wir hier kurzberichten müssen, gehören „die Missionen“, d. h. die römisch-katholische Propaganda außerhalb Europas. Sixtus V. hat denMissionen die größte Wichtigkeit beigemessen und ist damit derPolitik Clemens’ VII. gefolgt, wie seitdem mehr oder wenigeralle Päpste.
Zu den Missionen und deren eifriger Pflege durch die Päpsteliegt derjenige Machtzuwachs der römischen Kirche während des16 . Jahrhunderts, welchem für die Dauer der Jahrhunderte diefür die Weltstellung der Kirche entscheidende Bedeutung zu-kommt.
Sixtus V. empfing gleich zu Beginn seiner Regierung einejapanische Gesandtschaft, der er große Unterstützungssummenfür die Jesuitenniederlassungen in Japan anwies, nebst kostbarenMeßgewändern und Reliquien. Die Gesandten schlug er ineigener Person zu Rittern des goldenen Spornes, während dasrömische Volk den Gesandten das Ehrenbürgerrecht der Stadtverlieh. Für die Kosten ihrer Reise wies der Papst den Gesand-ten 3000 Dukaten an.
Es ist das unvergängliche Verdienst Clemens’ VII., daß erin den neuentdeckten amerikanischen Landgebieten Missionen