Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

und der Franziskaner mit Hingebung und großartiger Organi-sationsgeschicklichkeit die volle Herrschaft der Kirche begrün-deten.

Der Historiograph der Stadt Rom kann an dieser Stellenicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß die Missionen diefernsten Länder der Erde nicht nur an die Kirche sondern andie Stadt Rom angeschlossen und diese dadurch in WahrheitzumCaput mundi gemacht haben.

Die aus allen Ländern der Welt nach Rom und von dortzurück laufenden Fäden der kirchlichen Organisation bedeuteneine Zentralisierung der Welt von nicht bloß geistiger, sondernauch politischer und sozialtechnischer Art, mit welcher dasPapsttum, solange es in Rom residiert und dem Wesen der Kircheim Sinn der Restaurations-Päpste entspricht, an die päpstlicheKurie und an die Stadt Rom binden kann.

III.

Wir kehren zurück zu Sixtus V. , um das Bau- und Woh-nungswesen seiner Epoche, und im Anschluß daran, rück- undvorschauend, die Entwicklung des Bildes der Stadt seit ClemensVII. zu betrachten.

Sixtus V. liebte persönlich die landschaftliche SchönheitRoms so leidenschaftlich, wie wir es von keinem anderen Papstewissen. Hiermit hängt die Anlegung der Villa Montalto und dervom Papste 14 Jahre hindurch forgesetzte betätigte persönlicheAnteil an der gärtnerischen und baulichen Ausgestaltung derVilla zusammen; ebenso aber auch sein vom ersten bis zumletzten Tage seiner Regierung betätigter Eifer für die Entwick-lung Roms zur Schönheitskapitole der Welt, zu welcher Six-tus V. die ewige Stadt tatsächlich gemacht hat, und zwar fürdie Dauer von Jahrhunderten.

Diese Seite seines großartigen Wirkens zu schildern gibt eskeinen besseren Ausgangspunkt als die unerhörte HerstellungderAqua Felice.