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gezeichnete Hügelgegend wieder bewohnbar zu machen, sei dieZuführung genügenden Wassers nötig gewesen. Ihn habe wederdie Schwierigkeit noch die Höhe der Kosten des Unternehmensdavon abhalten können, es durchzuführen.
Wir lassen nun zunächst alle anderen in der päpstlichenKundgebung von 1590 enthaltenen Momente beiseite, um demvom Papste selbst an die Spitze seiner Stadtreform gestelltenProblem der Wasserversorgung näherzutreten.
Wir versuchen, eine Vorstellung davon zu gewinnen, wel-chen Zustand Sixtus V. vorfand, wie dann Sixtus das Wasser-wesen gestaltete, und sodann wie diese Gestaltung gewirkt undsich später entwickelt hat.
Der Wasserbedarf Roms war, bevor Aquaedukte in Romgebaut wurden"') (die ersten: Aqua Appia 312 v. Chr., AquaMarcia 144 v. Chr., Tepula 125 v. Chr., Julia 33 v. Chr., AquaVirgo 19 v. Chr.), durch zahlreiche Quellen gedeckt, welchesich auf den südwestlichen Hügeln (z. B. auf dem Capitolinus das Quellhaus des Tullianum) sowie in der Ebene befanden. Die-selben waren sorgfältig geschützt und gaben gutes Trinkwasser.Außerdem war auch das Tiberwasser in Gebrauch. Dasselbewar nicht ungesund *) **), für die Viehtränke und für Haushalts-,Handwerks-, Gewerbezwecke von hohem Nutzen, bei Über-schwemmungen und Epidemien, welche die Stadt heimsuchten,schmerzlich entbehrt.
Die Geschichte der Aquaedukte ist uns nur zum Teil über-liefert. Ihre Zahl und ihre Namen stehen nicht fest. Neben dertraditionell gewordenen Ziffer 14 kamen die Bezifferungen 13und 19 vor.
*) Vgl. „Beschreibung der Stadt Rom“ von Platner , C. Bunsen usw.1829, Bd. I, S. 195—207, ferner Jordan, Topografie der Stadt Rom im Alter-tum, 1878, Bd. I, S. 139, S. 461—4S0.
**) Gesundheitsschädlich wirkte das Tiberwasser nur indirekt, nämlichdurch die Ablagerung seines Schlammes, welcher ein gefährlicher Infektions-herd der Fieberkrankheiten war.