Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1534 bis 1592

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1. im Jahre 1586 vor der Peterskirche in der Mitte desPetersplatzes;

2. 1587 bei S. Maria Maggiore auf dem EsquilinischenPlatz;

3. 1588 in der Mitte des Lateranplatzes vor der Lateran-kirche ;

4. 1589 in der Mitte der Piazza del Popolo .

Ein Zeitgenosse, G. Foglietta, rühmt, daß Papst Sixtus V. als erster den Wert der Obelisken für den glänzenden Eindruckder Stadt erkannt habe. Es ist indessen sicher, daß nicht dieseästhetische Seite für Sixtus im Vordergründe stand, sondernvielmehr die kirchliche Idee, den Hauptkirchen je einen Obe-lisken beizuordnen, durch deren Krönung mit dem Kreuz vonGolgatha derselbe das Symbol werden sollte für den Triumphdes Christentums über das Heidentum * *).

Dem Gedanken des kirchlichen Sieges über das Heidentumentsprach auch die dem Papst als hohes Verdienst nachgerühmteBehandlung der Säulen des Trajan und des Marc Aurel , die errestaurierte und auf deren Höhe er als Krönung die Statuen derApostelfürsten Petrus und Paulus aufrichten ließ.

Der Benediktinerabt Angiolo Grillo schrieb, kurz nach demHinscheiden Sixtus V.:Ich bin in Rom und kann es kaumglauben, so viel neues finde ich an Bauten, Straßen, Plätzen,

denen hier noch derjenige erwähnt sei, welcher unter Innocenz X . (1644bis 1655) auf der Piazza Navona aufgerichtet wurde, sowie ferner derjenige,welcher seit 1789 auf der Piazza di Montecitorio steht undObelisk Psam-meticus II. genannt wird. Auch dieser Obelisk ist aus Ägypten von Augu-stus mitgebracht worden, der ihn auf dem Marsfelde nahe der späterenKirche S. Lorenzo in Lucina aufstellte.

*) Ausführliche und begeisterte Schilderungen der Zeitgenossen vonden Obelisken-Aufrichtungen Sixtus V. , welche in der Tat den Wundern derägyptischen Baukunst gleichkommen, sind von Pastor im X. Bande der Ge-schichte der Päpste wiedergegeben. Das Genie Sixtus V. gestaltete diese dasganze römische Volk erregenden Kulturvorgänge zu unerhörten Triumphender Kirche. Auf den Obelisken des Petersplatzes ließ er die Inschrift setzen:Christus vincit, regnat, imperat.