Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1592 bis 1769

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Die politische Unabhängigkeit und Selbständigkeit Roms als Stadt hatte schon mit der Rückkehr Martins V. (1420) auf-gehört. In allen Zweigen ihrer inneren Verwaltung aber konntedie Stadt sich einstweilen völlig frei bewegen. Der Papst undseine Beamten griffen nur sehr wenig ein.

Seit dem 16. Jahrhundert aber war auch die administrativeSelbständigkeit der Stadt tatsächlich durch die päpstliche Re-gierung so gut wie völlig beseitigt.

Von der Stadt wurde dies angesichts der Vortrefflichkeitund großartigen Munificenz der Päpste willig ertragen, zumaldie Päpste in weiser Toleranz in allen Verwaltungsformen denRömern freie Hand ließen.

Zu den von den Römern besonders geschätzten Privilegien,welche ihnen erhalten wurden, gehörten die Feierlichkeitenbeim Amtsantritt der Senatoren.

Wir haben einen Bericht über das Jahr 1647, als GiovanniInghirami Senator wurde.

Der feierliche Zug bewegte sich vom quirinalischen Palastnach den Quattro Fontane, von dort hinab zur Trinitä demonti, sodann durch die Via Condotti , ferner den Corso kreu-zend, am Palazzo Borghese vorüber, durch Via della Scrofa zurEngelsbrücke. Dann ging es rückwärts, an Monte Giordanovorbei, über Piazza di S. Andrea della Valle zum Kapitol.

Voraus zog die Miliz der Region, mit Degen, Musketen undPiken, zu drei und drei, begleitet von Trommeln und dem rotenBanner. Es folgten 28 Maultiere des Fürsten Savelli, dem einTeil der städtischen Gerichtsbarkeit zustand. Eine AnzahlPferde, an der Hand geführt, päpstliche und andere, fehltennicht. Zahlreiche Beamte und Edelleute schritten hinterher.Zwölf Pagen gingen einem berittenen Pagen voraus, der denDegen und den Hut des Senators trug.

Endlich kamen die Karossen des Senators mit seinen Söh-nen, und zum Schluß zahlreiche andere Karossen.

Es gibt Berichte, laut deren zeitweise der Senator keineandere Funktion geübt hat als diejenige einestribunus volup-

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