Von 1592 bis 1769
1395
wirkte bald eine wesentliche Verschiebung des Schwerpunktesder Wohnverhältnisse der Stadt. Während bis etwa 1550 dieFremden im Borgo sowie an dem linken Tiberufer Quartier ge-nommen hatten, wohnten sie jetzt mit Vorliebe östlich von derPiazza S. Carlo bis zu den Abhängen des Monte Pincio und andiesem selber. Rubens, Elsheimer, Sandrart, Claude Lorrain wohnten in den vom Pincio und von Trinitä de’ Monti be-herrschten Straßen: Croce, Babuino, Margutta, in der Näheder beiden Plätze „Sotto la S. Trinitä de’ Monti“ und „Piazza diSpagna “, welche später zu der einen Piazza di Spagna vereinigtwurden. Dort entstanden im 17. Jahrhundert Gasthäuser undmöblierte Mietwohnungen (später auch „Pensionen“) ringsumin großer Zahl für jede Art von Reisenden. Die vornehmstenAbsteigequartiere waren das am Eingang zur Via Babuino ge-legene Hotel „ Zu den drei Königen“, sowie der Albergo „Monted’Oro“, dazu die französischen Gasthäuser „Krone von Frank-reich“ in der Via Condotti , „Die drei Lilien“ bei der KircheS. Andrea delle Fratte, bei der Straße Via due Macelli. Als imHerbst 1698 der dritte Sohn des Königs von Dänemark nachRom kam, mietete er den ganzen Albergo „Monte d’Oro“.
Dieses „spanische Viertel“ hat erst nach dem Jahre 1870seinen Charakter völlig verloren.
Der bewohnte Teil Roms hatte zu Ende des PontifikatsInnocenz’ XII. (1691 —1700) ungefähr den Umfang erreicht,den er bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts beibehaltenhat.
Erhebliche Verschiebungen aber waren gegenüber der Zeitder Renaissance in bezug auf die Verteilung der Bevölkerungs-klassen eingetreten.
Die Leoninische Stadt hatte schon um 1700 den Glanz derZeit der Mediceerpäpste vollständig verloren. Dies hing be-sonders damit zusammen, daß mehrere Päpste, insbesondere zu-letzt auch Innocenz XII. (1691—1700) den Quirinal dem Auf-enthalt im Vatikan vor zogen.
Die Via Giulia war zu der stillen Straße geworden, welchesie bis in das 20. Jahrhundert hinein geblieben ist.