1400 A ufstieg und Erschütterung des Kirchenstaates 1592-1849
Der Ausbruch der französischen Revolution schien dasPapsttum in seinen Grundlagen zu bedrohen.
Als im Jahre 1793 eine Allokution des Papstes den KönigLudwig XVI. als Märtyrer erklärte, eröffnete das französischeDirektorium den Krieg gegen den Papst durch seinen GeneralBonaparte, welcher am 10. Februar 1798 durch General Ber-thier zunächst die Villa Mellini (Monte Mario) besetzen ließ,dann das Kapitol und Monte Caballo.
Am 20. Februar 1799 wurde Pius VI. mit einer kleinenAnzahl getreuer Begleiter gefangen aus Rom fortgeführt, zuerstdrei Monate in Siena, dann zehn Monate in Florenz bei den Car-täusern festgehalten, dann über Turin und den Mont-Genevreauf einer Bahre fortgetragen und endlich in Valence dem Ver-scheiden überlassen, welches am 29. August 1799 erfolgte.
In Rom hielt der französische Kommandant, General Gar-nier, die Gewalt in Händen, indem er die Stadt in Belagerungs-zustand erklärt hatte. Als aber im Herbst 1799 die Neapolitanervor Rom erschienen und eine englische Flotte vor Civitavecchia drohte, mußte der Kommandant Garnier weichen (30. Septem-ber 1799) und die Stadt dem neapolitanischen Oberkomman-danten Naselli übergeben.
Pius VII. (Chiaramonti 1800—1823) wurde durch Napoleon veranlaßt, nach Paris zu reisen, um Napoleon dort am 2. De-zember 1804 zum Kaiser zu krönen.
Die Krone ließ sich aber der Kaiser nicht aufsetzen, sondernals der Papst die Salbung vorgenommen hatte, nahm ihm Na-poleon die Krone aus der Hand und setzte sie sich selbst auf.Dann krönte der Kaiser auch Josephine und ließ sich nunmehrvon Pius zum Thron führen.
Im November 1807 rückten französische Truppen in denKirchenstaat ein. Am 2. Februar 1808 nahm General Miollisdie Engelsburg ein. Pius erklärte, er werde sich von nun an alsGefangener betrachten.
Napoleon vereinigte nun, am 7. Mai 1808 zu Wien , denKirchenstaat mit Frankreich .