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kleinen Banken gehen, wenn wir, im Verlaß auf die hinteruns liegende Zeit, sie als gleichwerthig mit der großen Preußi-schen Bank ansehen wollten.
Welches ist nun der Feind, der die Deckung der Bankenbedroht? woher kann er kommen? Das ist die erste Frage.
Dieser Feind heißt im Bcrkehrsleben „die Krisis". Auchist in neuerer Zeit wiederholt die Bankfrage als eine Unter-suchung der Geschäftskrisen eigens behandelt worden.
Die Krise äußert sich darin, daß der Bank die Aufrecht-haltung des richtigen Dcckungsverhältnisses erschwert wird,welches in gewöhnlichen Zeitläuften sich durch den Gang derDinge von selbst erhält. Und zwar macht sich diese Span-nung auf zweierlei Weise geltend, je nachdem die erste Wahr-nehmung der Gefahr vom Publikum oder von der Bankausgeht. Hat letztere die Gefahr zu weit einreihen lassen,schöpft das Publikum Verdacht gegen die zureichende Kraftder Einlösungsmittel, so entsteht der Sturm, der sogenannte„Run" auf die Kasse der Bank. Wer immer kann, läuftzur Bank und läßt sich seine Zettel gegen Baar einwechseln;eine Bewegung, der, ist sie einmal losgelassen, nicht leichteine Bank widersteht. Doch dieser Gang der Dinge wirdbei den großen europäischen Banken immer seltener. Sieist das Erbthcil der kleinen Banken, die mit weniger Ver-antwortlichkeit und Ucberblick auch weniger Vertrauen ein-flößen. Der regelmäßige Verlauf der großen Finanzkrisenist heutzutage, da wo große Landesbanken in Thätigkeit sind,vielmehr der umgekehrte. Die Bank wird von weitem ge-wahr, daß das Gebaren des Geldverkehrs ihr richtigesDeckungsverhältniß zu bedrohen anfängt, sie setzt sich inVertheidigungszustand, indem sie ihre Thätigkeit einschränkt