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fordernng zu folgen, einer Schar von 30 000 aufständischenRheinbayern zuzuziehen, und dann am 22. Juni mit demselbenZitz nach unsäglichen Enttäuschungen, aufreibenden Anstreng-ungen und schweren Kümmernissen „ohne den Schatten einesSchattens von Hoffnung auf den badischen Aufstand" inBasel auf den sicheren Boden der Schweiz übertrat.
- II.
In Basel blieben die Flüchtlinge nur kurze Zeit, um sichdann, von einem schweizerischen Stndicngenossen Bambergersmit einigem Geld versehen, nach Zürich zu begeben. Nach-dem hier rasch die Erlebnisse-aus der Pfälzcr Erhebung zuPapier gebracht waren, ging es mit fünf andern Flüchtlingenzu Fuße durch das Berner Oberland und das Rhonetal nachGenf weiter. Dort wollten Zitz und Bamberger die Entwick-lung ihrer Geschicke zunächst abwarten. Da der Heidel-berger Universitätsfreund und Parteigenosse Friedrich Kapp hier bei dem berühmten russischen Flüchtling AlexanderHerzen als Hauslehrer fungierte, wurde Bamberger natürlichauch mit diesem eine Zeitlang für Rußland so einflußreichenManne bekannt. In seinem Kreise trat ihm dann auch wiederMoritz Hartmann entgegen, den er in Frankfurt nur flüchtigkennen gelernt hatte.
So anregend und amüsant an sich dieses Leben in Genf auch war, so stand bei Bamberger doch die Sorge um dieZukunft ständig hinter der Türe. Einmal wollte er dochseiner nur mäßig begüterten Familie nicht dauernd zur Lastfallen. Der Drang, sich eine eigene gesicherte Existenz zugründen, wurde noch besonders durch die eigentümliche Lageder Braut gesteigert. Ihr Vater, ein Handelsmann in Alzey ,den der Schwiegersohn selbst fabelhaft geizig, einen Harpagonin des Wortes verwegenster Bedeutung, nennt, lebte von seinerFrau, einer Schwester der Mutter Bambergers, seit langenJahren getrennt. Ihr Kind war unter den abenteuerlichstenVerhältnissen bei dem Vater, beziehungsweise einem Pflege-