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suches, von dem der Kurprinz selbst befürchtete, er möge Auf-regung und Unzufriedenheit im Lande gegen ihn erregen, daer einen Ehrenpnnkt des hessischen Bürgcrgardc-Jnstituts be-traf, hätte in weiteren Kreisen bekannt werden müssen, wenner auf Auszahlung einer Pension bestanden, beziehungsweisesie auf dem Rechtswege hätte erstreiten wollen. DerKurprinz ließ den Mann ruhig fallen, der gegen den Willenseines Vaters zur Niederwerfung des Nationalfeindes als„Freiwilliger für Fürst und Vaterland" 1813 ins Feld ge-zogen war, dem Staate 35 Jahre lang zum Teil iu deu höchstenStellungen treu gedient und für das Leben seines Fürsten,als dieses von Mordversuchen bedroht erschien, einzutretensich bereit gezeigt hattet) *
Wenn auch im Jahre 1848 verschiedene verleumderischeAnklagen gegen Koch im Publikum und der Presse laut wurden,welche insofern eine Praktische Tendenz verfolgten, als sieeinen angeblich bevorstehenden Wiedereintritt Kochs in dieStaatsgeschäftc verhindern sollten, so hat doch die öffentlicheMeinung über den sittlichen Wert dieses Staatsmannes inHessen nie geschwankt. Hatte ihm doch sein langjähriger„Herrendienst" so wenig das Vertrauen seiner Mitbürger ent-zogen, daß ihn am 8. Februar 1848 ein Mitglied des KasselerStadtrats, der nachherige Staatsrat Wippermann, heimlichbefragte, ob er eine auf ihn fallende, am 9. Februar zu voll-ziehende Wahl znm Oberbürgermeister der Stadt Kassel an-nehmen werde. Im Hinblick auf die von ihm im öffentlichenLeben gemachten Erfahrungen und die Unmöglichkeit, daß er
unter der., des Herrn Staatsrats Scheffer stehen
könne, lehnte jedoch Koch diese Anfrage ab.
Wenn dann später der Vorwarf gegen Koch erhoben wor-den ist, er sei „dem zeitigen Ankaufe von Brotfrüchten vonfeiten des Staates im Jahre 1840 entgegen gewesen und
1) Es sind verschiedene Mordversuche gegen den Kurprinzendenunziert oder aber angedroht worden. Im Jahre 1848 stellte es sichheraus, daß einer von ihnen von einem Beamten fingiert war.