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Drittes Buch. Die Waare.
heutigem Recht der Preis auf billige Schätzung oder in das vil-lige Ermessen eines der Pacisccnten gestellt werden^), denn damitist nichts anderes gesagt, als daß zu billigem, sohiu erforderlichen-falls durch den Nichter zu arbitrirendem Preise, contrahirt sei, nurdaß hier die Prcissetzung, d. i. der Preisvorschlag, und zwar ohneBefugniß der nachträglichen Aenderung, dem einen Contrahenten zu-kommt, wie diesen auch die Beweislast der Angemessenheit des ge-forderten (Gläubiger) bez. gebotenen (Schuldner) Preises trifft °°).
von Simon und Strampss III. S, 232) — an welches Urtheil sich diePrenszische Lileratur zu enge anzuschließen Pflegt, z.B. C. F. Koch, Com-mentar zu A.L.R. I. I I §. 52, Preuß. Privatr.1l. H 674, R. der Forder.
III. S. 742; O.T. zu Berlin ( Zeilschr. s. Handelsr. IX. S. 139, Stricthorsl'sArchiv Bd. 60 S, 3 sf., Gruchot IX. S. 2V61; O.A.G. zu Dresden« .Senfs. II. 284, s. auch II. 177. XII. 283. XVI. 41. Zeitschr. s. Handelsr.
IV. S. 398. 399); O.A.G. zu Jena (Seufs. IV. 216. 217. IX. 339);O.A G. zu Darmstadt ( Seufs. IX. 214,. Urtheile Nassauischer Gerichte(Nassauisches Archiv V. S. 236 — 239) Hierauf kommt auch wesentlichhinaus das H.A.G. zu Nürnberg ( Samml. handelöger Enlsch. I. S. 366 ff.,vgl. I. S. 184 ff. 464 ff.). S. auch, obwohl mitunter zu enge, Busch'sArchiv IV. S. 170 sf. V. S ö16. VIII. S. 498 ff. Centralorgan N. F. I.S. 263. II. S. 374. Gruchot's Beiträge IX. S. 291 ff. — Selbstver-ständlich gilt dieser Grundsatz überall, wo der folgende (Not. 65) anerkanntist, z. B. nach Sachs. Recht - s. auch Motive zum Bayer. Entw Th. II.S. 63. — Die Klage ist solchenfalls nicht auf den bedungenen,eventuell auf den üblichen oder angemessenen Preis zu rich-ten, sondern nur auf den bedungenen (in fester Summe oderüblichen» Preis, denn ohne solchen besteht freilich kein Kaufvertrag, aberüberhaupt kein Vertrag.
66> Ob auch nach Rom. R. ist streitig, f. Glück XVI. S. 81 ff., c->5sr«xis>Iisc. 34 «r. 9 — 17, v. Keller, Paudeklcn S. 609 — richtiger aber,nach den unzwcidcutigeu Stellen Not. 60 zu verneinen. Für das heut.Recht f. O.A.G. zu Lübeck ( Zeitschr. s. Handelsr. IX. S. 183. 139), auchZeitschr. IV. S. 405, Strielhorst'S Archiv Bd. 20 S. 173 ff., Brinck-mann §. 69 Not. 11, Endemann §. 107 Not. 6 ff. Sachs. Gcsetzb.§. 802. 820. Bayr. Entw. Th. II. Art. 277. 29 und Motive S. 63.Anderer Ansicht scheint auch für das heutige Recht: Thöl §. 64 Not. 7,s. Gab I. S. 206. 207, O. Wächter, Handelsr. S. 218.
66) Sachs. Gesetzb. §. 803. Bayr. Entw. Th. II. Art. 32. Fakturirter Preis:Zeitschr. f. Handelör. II. S. 336. Der letzte Satz wird mehrfach bcstrittcn,z. V. von Thon a. a. O. und in mehreren der Not. 61 genannten Ur-theile. Allein der Vertrag geht sicherlich nicht dahin: ich will gewähren,was Du forderst (bez. nehmen, was Du bietest), behalte mir aber An-