Teil eines Werkes 
Bd. 1, Abth. 2 (1868) enthaltend die Lehre von der Waare
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Drittes Buch. Dic Waare.

Der Wille der Mittelsperson fehlt, falls dieselbe ausdrück-lich in ihrem Namen erwirbt, und kann alsdann der Besitz nurdurch Uebertragung, natürlich auch mittelst eoustituti po8ses3orii,auf den Principal übergehen«). Erwirbt hingegen die Mitelspersonnicht ausdrücklich im eigenen Namen, so müssen die Umstände ent-scheiden, ob sie den Besitz sür den Principal als dessen Vertreter, oderfür sich selber hat erwerben wollenMaßgebend ist bei nicht aus-gesprochenem, wenngleich entgegengesetztem, Willen der Mittelspersondie etwaige bestimmte Erklärung ^) deö Tvadenten Liegt dagegen

Gruchot IV. S. 46-1. Nanda S. 107. 138. Rudorff zu Savigny ,Anmerk. 93 (S. 669). v. Holzschuher II. Z. 84O.A.G. zu Celle (Seuff. II. 136); Oldenburg (°o<i. V. Nr. 106); Darmstadt (eod. X. Nr.134); OT. zu Berlin , Plenarbeschluß v. 5. April 1382 (Entsch. 22 S.321), U. v. 1369 (Strieth. 32 S. 199 ff.) Ein U. des Hamb . Oberge-richts 1864 (Hamburg . Gerichtözeituug 1865 S, 127) hebt mit Recht her-vor, daß die verneinende Ansichtmit dem Geschäftsverkehr der neuerenZeit durchaus unverträglich sein und überall störend und verwirrend indenselben eingreifen würde". Das Sächs. Gesetzb. §. 203 läßt dic Frageunentschieden. Ein Fall der Art ist dic Weisung des Committenten anseinen Commissiouär oder Spediteur, eine ankommende Waare zur Verfüg-ung des Committenten zu halten, z. B voäe Se commerco -,,-t. 576.Preuh. Conc.O §, 26.

6) I. 1 §. 19. 20 v. <Ie 4. v. 4. ?. (41, 2). I. 69 v. Se ^. k. 0. <4l, 1)-I. 13 8. 2 0. <Ie usurp. (»I. 3). I. 136 §. 2 0. <Ze V. 0. 45, 1>. >. 7ß. 2 0. pro emtore (41, 4). I. 2 v. ile bis, qui a non äoin. (7, IN). >. 6v. si quisslt. (4,60). O.A.G. zu Lübeck (Seuff. XII. Nr. 122 >. O.A.G,zu Darinstadt (SeustV X. 134. 169. Xl. 149). Plenarbeschluß deö O.T.'szu Berlin v. 2. Octobcr 1843 <Entsch. XVII. S. 19 ff.) Jhering ,Jahrb. für Dogmatik I. S. 324336.

7> Daß nicht Alles darauf gestellt werden kann, ob die Mittelsperson im Na-men des Auftraggebers contrahirt, welcher Fall freilich unzweifelhaft ist,oder doch den Auftraggeber genannt, oder sonst ihren Willen dem Traden-ten kund gethan hat, ist, gegen Jhering, gut ausgeführt von Bremera. a. O. XX. S. 43 ff, f. anch XI S. 236 ff. Puchta, Pandekten §. 143Not. k. I. und Vorles.. Arndts §. 146 Not. 3. Windscheid §. 166Not. 7. §. 172 Not. 13. Randa S. 203 ff. Für Dienstboten, Hand-luugsgehülsen, Procuristen, Generalhandlnngsbevollinächtigte, Mäkler, unterUmständen auch für offene Handelsgesellschafter, ist im Zweifel nicht anzu-nehmen, daß sie durch Handelsgeschäfte für sich erwerben wollen: HG,B.Art. 56. 59. 69 Z. I. Art. 96. 97.

8) Der bloße, nicht ausgesprochene Wille des Tradenten ist nicht maßgebend,