Teil eines Werkes 
Bd. 1, Abth. 2 (1868) enthaltend die Lehre von der Waare
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Abschn, I, Die Sachen, Cap. II. Besitz. §. 70. Comiossement. 655

kannt gewesen sein, obwohl in den damaligen einfachen Verhältnissenund bei der regelmäßigen Versendung der Waare auf eigenem Schiffoder doch unter Begleitung des Versenders und dessen Leute entbehr-licher. In ihrer heutigen Form gehören sie dem Handelsgebrauchdes Mittelmeeres an. Auf den Schiffen befand sich regelmäßig einbeeidigter und nicht selten sogar von der Behörde des Heimathshafcnsbestellter Schiffsschreiber, welcher, in Ermangelung schriftkundigerKapitäne, gleichsam als Schiffsnotar alle erforderlichen Aufzeich-nungen zu machen hattet, insbesondere ein genaues Verzeichnis;aller an Bord gebrachten Waaren aufzunehmen verbunden war").

I>arckessus, coll. I. p. 87, kann freilich auch ein Empfangschein ge-wesen sein, der nur seinen Namen von dem üblichen Abladungszeichen er-hielt. In dem späteren Byzantinischen Recht wird schriftliche Vertrags-schließung erwähnt: bei werthvolleren veposita, doch nicht blos in Schiffen(klioö. vompil. III. 12), und bei Befrachtung eines ganzen Schiffes (eoö.III. 20. 22. 23. 24) f. ?arilessus, coll. I. p. 224. 225. 23g. 246.249. 2S0.

4) Es wiegt Vertragsabschluß vor Zeugen vor. So in den einzelnen See-rechten, der Wisby 'schen Sammlung, den Hanseatischen Recesscn. S. ?o-lalc p. 18 ff. In den letzteren finden sich nur einige polizeiliche Vorschrif-ten. So soll der Schiffer, welcher nach St. MartinStag (geschlossene Schisf-sahrt) ankommt, zum Beweise, daß er vorher auSge'ahren sei, im Bestimm-ungshafen ein Attest über die Zeit der Einladung und seiner Bereitschaftzur Absahrt produciren: Nec. v. 1417 e. 10; 1418 Art. 10; 1447 Art. 8;Lüb. voä. Lrokes II. 136. III. 303 (?srit. II. p. 466). Wichtiger ist dieVorschrift des Nec. v. 1369 (?srci. II. p. 455), daß der Schisser von demRath bez. dem hansischen Comptoir des Abfahrtsortes einen versiegeltenBrief, der ein Ladungöverzeichniß enthält, mitnehmen und von dem Rathbez. dem hansischen Comptoir des Bestimmungsortes eine Quittung mit-bringen soll. Schriftliche Frachtverträge, Fracht-Zertheren, werden erst im16. Jahrh, üblich: Nec. v. 1530 Art. 5 <?aiil. II. p. 490), das Laduugö-buch (Nulle) erst im Nec. v. 1614 Tit. S Art. ö, Tit. 11 Art. 4 erwähnt.

5) Meine Abhandlung über das receptimi (Zeitschr, f. Handelsr. III. S.346349). I'arxs c, 14. kevis Lolano», cuiia ?ilivica. (Zlsllriil1717) p. II. lib. III. e. 4 kr. 44-50. c. 8. easari-xis äisc. 10 Nr.24 ff. Vslin I. p. 476482, zur vrdonnance äe la marine Uv. II. tit. 3.

6) Ueber dieses cariulariuin l^cartvlsrio, qnalvrnus, yuslleino, earssto, cspi-brevium) f. z. B. Statuts v. Iisni ^1063?^ srt. 16 (?srä. coll. V. >>.242), stst. nsvimn v. Venedig ^12ö5f (l>arc!. V. p. 36), /ara fEnde des13. Jahrh.'q lib. IV. c. 15 (?ar<I, VI. ,i. 609), ?era sEnde deS 13.Jahrh.'q lib. V. c. 27 (?aiil. Vl. n. 593), tabula da äinalla c. 9. 13.

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