Teil eines Werkes 
Bd. 1, Abth. 2 (1868) enthaltend die Lehre von der Waare
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Drittes Buch. Die Waare,

Einmal in Gütern anderer Art, z, B. in Getreide, Ar-beitsleistungen. Der Geldwert!) in diesem Sinne ist den größtenAenderungen und Schwankungen ausgesetzt; im Allgemeinen variirter in umgekehrtem Verhältniß deö Geldangebots zum Angebot an-derer Güter; die Höhe des Gcldangcbotö aber bestimmt sich nichtallein durch die Quantität, sondern auch durch die Umlaufögcschwin-digkeit, also durch die Quantität deö umlaufenden, nicht des vor-handenen Geldes, und nicht allein des wirklichen Metallgeldes, son-dern auch der Metallgcldzeichcn, welche Umlaufsdienste verrichten;daher mit der Vermehrung der Edelmetalle sowohl wie mit gesteig-erter Umlaufögeschwindigkeit derselben der Geldpreis aller Waarensinkt und umgekehrt. Der Werth deö Geldes in diesem Sinne fälltwenn die (Geld)-Prcise der anderen Waaren steigen, und steigt, wenndie Prnse der anderen Waaren fallen^).

Hingegen der Geldwert!) in Gelde bemessen kann derselbebleiben, während die Preise aller anderen Waaren sich ändern undkann sich woh! gar nach der entgegengesetzte? Richtung ändern,denn dieser Gcldtauschwcrth, der Geldpreis, ist der Werth desGeldes auf sich selber bezogen. So ist der Werth des(«oldcö (z. V, gegen Getreide) seit Ende des MittelalterS etwa aufden vierten Theil gesunken (man kauft jetzt mit I Pfund Gold

den StaatScredit S. 8t. Not. 92. Noback, HandelSwisscnsch. S. 61 ff.Hat das Geld einen Preis als Waare, so muß es solchen auch als Zahl-millcl haben, was die canoiustische Doctrin lengnelc, denn Zahlung istim wirlhschaftlichen Verkehr nur Entrichtung des Werthäqnivalcnteö fürLeistungen, das Geld muß ebenso gekauft werden wie sonstige Leistungen.S) Die Ursache der Prciöändcrung liegt freilich häufig uichl in der Aen-derung der Gcldauanlilät oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes,sondern in der Waare, Ueber den Geldwert!) in diesem Sinne f. No scherI. K. I3S ff. Mill S. 353 ff. 450. Schaffte, Nationalök. S. 139 ff.Nasse, Zeilschr. f. StaatSwissensch. Bd. 21. S. 131 ff. vlievglisrp. 75 ff. 173 ff. 354 ff. v. Savigny S. 435. 461 463. 473. 479.Unten K. 105. Ueber die Geldvorrälhe vor und nach Entdeckung Ame-rika'S und die jährliche Produclion von Edelmetallen sind nur annäherndeBerechnungen möglich, doch darf angenommen werden, daß sich seit derEntdeckung Amerika'S die Geldvorrälhe um etwa den 3l)fachen Betragvermehrt habe», uud seit 1843 die jährliche Produclion auf den vier-fachen Betrag gestiegen ist. Llievsllsr p. 556 ff. Soetbeer, Viertel-jahrSschrift UI. S. 162 ff.