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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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LaskersEnthüllungen sollten das öffentlicheBewusstsein wecken und der Regierung das Gewissenschärfen; darum fanden sie im ganzen Lande so lautenWiederhall und so ausserordentlichen Beifall. HerrLöwenfeld freilich erklärt diesen, wie er meint, sehrunverdienten Beifall in seiner Weise. Er sagt:Mansah nicht den colossalen Vortheil, den das Capital über

die Industrie brachte. (Wer lacht da?!)

Man sah nicht den enormen Vortheil, den die neuen

Banken dem Handel und dem Gewerbe zuführten.

(Hohngelächter der Hölle!!)Man sah nur eine enormeSpoculationssucht und den übermässigen Gewinn derGründer. So entwickelte sich ein Hass der Aermerengegen die Reichen, und Lasker gab diesem glühendenHass einen beredten Ausdruck. Nach Herrn Löwen-feld war das Deutsche Volk noch nichtgebildet ge-nug, um sich sonder Murren von Gründern und Bör-sianern das Blut abzapfen zu lassen.

Es ist eine alte Geschichte, dass man Eigenschaften,die man selber besitzt, bei Andern wenig schätzt, da-gegen über die Mafsen bewundert, was man entbehrt.So urtheilt auch Herr Löwenfeld, der selber ein Genieist, über Lasker:Die Staatsklugheit und praktischeVerwendbarkeit der Ideen dieses Mannes stehen bei

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