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heilte im Reichstag verlangte er frisch und frei dieBesprechung der Lasker’schen Interpellation. Ja —man wird es nicht für möglich halten — er hatte dieseInterpellation seihst mit unterschrieben, und er rühmtesich dessen! Vielleicht, dass Lasker Herrn von Kar-dorff um seine Unterschrift anging, um diesem einBein zu stellen; vielleicht auch, dass Herr von Kar-dorff die Interpellation aus eigenem Antrieb Unterzeich-nete, um seinerseits Herrn Lasker ein Bein zu stellen.
Dem sei, wie ihm wolle: Herr von Kardorff, invielen Sätteln gerecht, that einen Ausfall gegen Lasker,indem er die Befürchtung aussprach, dieser könne durchseine Interpellation in den Verdacht „einer etwas leich-ten Popularitätshaschorei“ gerathen; denn jeder Angriffauf das Börsentreiben sei ausserordentlich populär, be-sonders „in allen Arbeiterkreisen, die,von socialistischenund communistischen Ideen inficirt sind“. Herr vonKardorff, der sich, wenn er gerade nichts Einträgliche-res zu thun hat, noch zuweilen der alten Klassikererinnert, kam auf die Eabel des Agrippa Menenius ,von der Empörung der Glieder gegen den Magen, zusprechen; und verglich nun seinerseits sehr geistreichdie Börse als den Magen im staatlichen Organis-mus, über den das ausgeplünderte Publikum sehr mit