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der Hinweis auf die „Schicksale der Länder mit schwan-kender Währung" falsch, weil Zweck und Bestimmung desBimetallismus gerade ist, die Währungsschwankungen ein-zuschränken nnd zu beseitigen. Bimetallismns eine „schwan-kende Währung" nennen, hieße behaupten, daß die inter-nationale Doppelwährung das Werthverhältniß zwischenSilber und Gold nicht sixirt. Bekanntlich hat aber dieenglische Enauste von 1888 einstimmig unter Zustimmungder Anhänger der Goldwährung erklärt (was Lexis früherals „wissenschaftlich bewiesen" bezeichnete und sogar Soetbeeranerkaunte), daß der internationale Bimetallismus das ver-einbarte Werthverhältniß aufrecht erhält. Durch die Ab-nahme der Silberproduktion und die Zunahme der Gold-produktion ist das vollends unzweifelhaft geworden. Alsoder Hauptvortheil der Goldwährung — die Stabilität —ist nichts als ein Vorurtheil. Außerdem führt Herr Dr.Koch uoch folgenden Hauptvortheil an.
„Wir haben im Inlands eine wohl geordnete Zirku-lation von Gold in Verbindung mit dem Silber, mit denBanknoten — auch unser Bankwesen ist ein gut geregeltes,uud das Ausland erhält, soweit eine andere Ausgleichungdurch Waaren oder Werthpapiere nicht möglich, das nöthigeGold aus dem großen Reservoir der Reichsbank. So ge-nügt die Goldwährung sowohl den Ansprüchen des innerenVerkehrs wie bezüglich des Verkehrs mit dem Auslande.Sind das keine wirthschaftlichen Vortheile, meine Herren?Ja, dann weiß ich nicht, was ich dazu sagen soll."
Zu der wohlgeordneten Zirkulation im Jnlande mußich ein Fragezeichen machen. Wir haben nahezu eineMilliarde Silbergeld im Verkehr. Niemals hat es Geldvon so enormer Unterwerthigkeit in geordneten Münzver-hältnissen gegeben. Münzen mit 50 und 60°/o Unter-werthigkeit fordern zur betrügerischen Nachprägung gradezuheraus. Es ist vielfach behauptet worden, daß solche seitlange stattfindet. Die Goldwährung steht diesen Ver-hältnissen rathlos gegenüber, sie kann Silbergeld nichtentbehren, sie kann nicht vollwerthiges Silbergeld ausgeben,denn abgesehen davon, daß das Hunderte von Millionenkosten würde, wären die Münzen zum jetzigen Silberwerth