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Herr Reichsbankpräsident Dr. Koch und die Währungsfrage : eine Antwort auf die Herrenhausrede des Herrn Dr. Koch vom 16. Mai 1895 / von Otto Arendt
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listischen Bewegung in England zu stellen, die damals inihren ersten Anfängen war.

Ich habe die Rede des Herrn Dr. Koch Punkt fürPunkt geprüft, nirgends hat er Recht, Vornrtheil, Irrthum,ungenügende Kenntniß durchweg. Es ist gar nicht mög-lich, daß Herr Dr. Koch die Währungsfrage, daß er dieBeweisführung der Bimetallisten genau studirt hat einso feiner Kopf würde dann mindestens die Widerlegungder bimetallistischen Anschauuungen besser und schärfer ver-sucht und sich nicht solche Blößen gegeben haben.

Es will mir scheinen, daß der Präsident der DeutschenReichsbank doch Zins ii-g. st stuclio prüfen sollte und daß,solange er dies nicht that, er im Jnteresfe des Ansehensseiner Stellung in parlamentarischer Rede äußerst vorsichtigsein sollte. Statt dessen hat Herr Dr. Koch nahezu durch-weg auf Grund von Zeitungsartikeln oder gestützt aufDoktoranden wie Ettlinger und Helfferich sich geäußert undniemals die doch wirklich umfangreiche Fachlitteratur heran-gezogen.

Selbst mit seinem Schlußwort hat Herr Dr. KochUnglück. Er sagt:

Ich kann mit den kürzlich von dem PräsidentenCleveland gesprochenen Worten schließen!

So lange unser Volk noch Zeit und Gelegenheitzu einer gesunden und vernünftigen Ueberlegungübrig behält, wird es davor zurückschrecken, Plänezu billigen, die, wenn gleich verhüllt, zu Unglück undVerwirrung in der Wirthschaft des Landes führen."Das sind treffliche Worte des Präsidenten Cleveland und mit Recht gegen diejenigen gerichtet, welche ohne inter-nationalen Bimetallismus freie Silberprägung anstreben.Der Präsident Cleveland würde diese Worte aber niemals,wie Herr Dr. Koch gegen die Bimetallisten anwenden, dennPräsident Cleveland ist selbst überzeugter Bimetallist wasallerdings unsere verlogene Goldwährungspresse grundsätz-lich verschweigt und was daher der Herr Reichsbank-präsident dieser folgend nicht zu wissen scheint.

Die Partei desgesunden Geldes" in Amerika stehtauf dem Boden, den die deutschen Bimetallisten inne haben.

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