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Herr Reichsbankpräsident Dr. Koch und die Währungsfrage : eine Antwort auf die Herrenhausrede des Herrn Dr. Koch vom 16. Mai 1895 / von Otto Arendt
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Präsidenten an den besser zu unterrichtenden, und wir hoffen,daß der Tag kommen wird, wo Herr vr. Koch dem Bei-spiel seines englischen Kollegen H, H. Gibbs folgt und indas bimetallistische Lager übergeht. Thut er dies nicht vordem Zustandekommen des internationalen Bimetallismus,so wird er es sicher nachher thun, denn die Thatsachenwerden ihn dann davon überführen, wie haltlos seineBefürchtungen waren. Was Herr vr. Koch an der Gold-währung schätzt, wird er im Bimetallismus in höheremMaße finden und der Eintritt einer Besserung unsererwirthschaftlichen Verhältnisse wird ihn überzeugen, daß dieGoldwährung eine erhebliche Mitschuld an unserer gegen-wärtigen Wirthschaftskrisis trug.

Schaffte trifft den Nagel auf den Kopf, wenn erschreibt!Die Vorwürfe in den Motiven des Handelstags-beschlusses") beruhen sichtlich auf einem Kardinalfehler derpolitischen Logik. Statt sich in den neuen Zustand hinein-zudenken und die Dinge zu nehmen, wie sie werden sollenund sein und wirken werden, folgert man lediglich ausdem Gesichts- und Thatsachenkreis des Bestehenden herausund gelangt nicht einmal zur Hauptvorstellung über daswährungspolitische Ziel, das in Frage steht, noch über dieThatsachen, die dann gegeben sein, noch über die Wir-kungen, die dann eintreten werden. Da wird eben ausganz beschränktem Gesichtskreis, dem die Welt neuer Zweck-gedanken gleichsam mit Brettern vernagelt ist, wie ausKetten heraus (tangus-ra s vineulis) raisonnirt. Man ver-steht den Gegner nicht einmal, begreift ihn nicht, und wennZeus eine fremde Meinung nicht versteht, so wird ergrob."

*) Ich füge hinzudes Neichsbankpräsidenten Oi'. Koch und dermeisten Anhänger der Goldwährung."

Druck vs» I. S, Preuß, Berlin V.. Leip;igerstr. 31/32.