Die vier Formen gesellschaftlicher Ordnung der Arbeitsteilung.
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ausgebildet; der Individualismus stand nicht hindernd im Wege. Heute ist diese Artder Organisation wohl in der Familie noch leicht zu ermöglichen, aber wo sie überdieselbe hinausreicht, ist die Durchführung nur mit schärfster Disciplin möglich. Diezunehmende Abneigung der modernen Menschen, sich von oben nicht bloß die Arbeitund die Hausordnung, sondern auch Kleidung, Essen und Trinken und jede Bewegungvorschreiben zu lassen, erschwert die Bildung solcher Verbände. Und wir sehen daher,daß diese Form, zumal seit dem Siege der Geldwirtschaft, immer mehr verlassen wird.Die nötige Unterordnung unter eine strenge Arbeits- und Hausordnung wird heute wohlnoch von der Jugend in Erziehungshäusern und Kasernen, von frommen Mönchen inKlöstern, von Armen in Armenhäusern, von Verbrechern in Zuchthäusern ertragen, imübrigen können nur utopische Schwärmer davon träumen, die ganze Volkswirtschaftunter Aufhebung des Geldvcrkehrs aus solchen Verbänden aufzubauen oder gar einVolk von Millionen wieder in einen einzigen solchen naturalwirtschaftlichcn Verband zuverwandeln.
d) Wo Gemeinde, Stamm und Staat mit der Seßhaftigkeit, der Priester- undKriegerverfassung und einem geordneten Ackerbau mit Sklaven und Hörigen zu einersesten, geordneten Organisation, zur Sammlung von Vorräten, zur Erhebung vonZehnten und Derartigem gelangen, da wird es möglich, aristokratische Familien mitLand und abhängigen Arbeitern, sowie mit Zehnten zu dotieren, auch Beamte, unterUmständen Handwerker mit periodisch zu erhebenden Naturalabgaben auszustatten. Einerheblicher Teil der älteren Arbeitsteilung und Klassenordnung ruht auf einem solchenSysteme, das in seiner Entstehung stets voraussetzt, daß die so Ausgestatteten ihre Kräftedem Ganzen widmen. Aber es fehlt in der Regel die Kontrolle der Leistungen, unddaher tritt so leicht die Entartung zu einer Aristokratie des Besitzes ein, die nur ver-zehren und genießen, höchstens herrschen, aber nicht mehr arbeiten will.
e) In dem Maße, wie die Geldwirtschaft vordringt, hört nicht bloß der Natural-tausch auf, sondern werden auch die eben erwähnten Formen der herrschaftlichen Organi-sation und der Dotierung mit Land und Naturalabgaben nach und nach beseitigt. DerStaat und die Korporationen sammeln nun Vermögen oder legen Steuern um underhalten so die Geldmittel, um für bestimmte specialisierte Berufe Leute fest anzustellenund zu besolden: Geistliche, Beamte, Offiziere, Soldaten, Lehrer, oft auch Ärzte undandere Personen verpflichten sich, gegen feste Jahrcsgehalte bestimmte arbeitsteiligeThätigkeiten zu übernehmen; neuerdings stellen auch Privatunternehmungen und Aktien-gesellschaften Hunderte und Tausende so an. Im ganzen findet diese Form mehr inden oberen Schichten der Gesellschaft ihre Anwendung. Immer ist heute bereits einsehr großer Teil der arbeitsteilig thätigen Gesellschaft in dieser Weise eingegliedert inden Zusammenhang der Volkswirtschaft. Die Bezahlung durch Jahresgehalte setzt eingleichmäßiges Bedürfnis nach den Leistungen, durch Sitte und Recht geordnete Carrierenund eine stete Beaufsichtigung der Leistungen voraus. Da die Kontrollen aber stetssehr schwierig sind, so wird das System leicht zu Faulheit und Schlendrian Anlaßgeben; es wird in den unteren Klassen der Gesellschaft ohne eiserne Disciplin nicht leichtbestehen können; für die mittleren und oberen kann diese wenigstens teilweise ersetztwerden durch ein hochgespanntes Ehr- und Pflichtgefühl, durch das Bewußtseiu größererVerantwortung und steter Kontrolle durch die Öffentlichkeit. Das System hat vor dernaturalwirtschaftlichen Eingliederung in einen Hcrrschaftsverband den Vorzug, die weit-gehendste Arbeitsteilung möglich zu machen bei größter Freiheit des Familien- uud desindividuellen Lebens in den dienstfreien Stunden. Vor der Bezahlung der einzelnenWare oder Leistung hat es den Vorzug, den Angestellten vor den täglichen Schwan-kungen des Marktes zu bewahren, aber den Nachteil, weniger zu Fleiß und Anstrengunganzuspornen, Leistung und Belohnung unvollkommener einander anzupassen.
cl) Der Haupterfolg der Geldwirtschaft aber ist die Verwandlung des Tausch-Verkehrs in das Kauf- und Vcrkaufsgeschäft, der älteren gebundenen Arbcitsverhältnissein das jederzeit lösbare Geldlohnverhältnis: die Produktion der Waren für den Marktund der daran sich schließende Warenhandel, sowie die freien Arbeitsverträge über die