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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
Entstehung
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II. KAPITEL.

GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DERMASOHINENSTICKEREI . 1

In den Klöstern, wo Stickereien lediglich für deneigenen Bedarf erzeugt wurden. soll der Plattstich nachWartmann seit alter Zeit bekannt gewesen sein.

Wann er aber zum ersten Mal bei Handelsartikelnder Ostschweiz Anwendung fand, scheint zweifelhaft zusein. Wartmann, der wohl die sicherste Quelle ist, lässtgegen das Ende des 18. Jahrhunderts einige Frauen indiesem Stich Modearbeiten, als Kragen, Halstücher, Ein-und Besätze anfertigen, während Sturzenegger 2 erzählt, dassI'iattstiehstickereicn schon 1756, zu der gleichen Zeit, wovon Lyon aus durch Handelsbeziehungen der Kettenstich inSt. Gallen und Umgegend bekannt wurde, von dem HausGonzenbach exportiert wurden. Nach einer dritten, amwenigsten glaubwürdigen Angabe soll der Stich 1801 ausGenua gekommen sein. Sei dem nun, wie ihm wolle, jeden-falls ist von einem regeren Verkehr erst seit Ende der20er Jahre unseres Jahrhunderts die Rede.

Um diese Zeit begann Frankreich mit bedeutendenBestellungen in derartigen Artikeln auf dem St. Gallener

1 Vergleiche hierzu vor allem die von Dr. Wartmann verfasstenVeröffentlichungen des Kaufmännischen Direktoriums in St. Gallen,Quellenangabe No. 1, 2, 10, 11.

2 Vergl. Quellenangabe No. 4.